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Louis Le Prince, Marc-Antoine Charpentier, Jean-Baptiste Lully

Missa Macula non est in te

Hervé Niquet, Le Concert Spirituel

Glossa/Note 1 GCD 921627
(64 Min., 10/2012)

Louis Le Prince? Nie gehört. Und auch das Booklet kann über die Biografie dieses französischen No-Names aus dem 17. Jahrhundert wenig Erhellendes mitteilen. Immerhin als maître de chapelle soll Le Prince in der Kathedrale im normannischen Lisieux gewirkt haben, wie das Titelblatt seiner 1663 veröffentlichten „Missa Macula non est in te“ verrät. Dass diese Messe zugleich als das einzig überlieferte Werk des französischen Barockkomponisten gilt, macht die Forschungsarbeit auch nicht leichter.
Glücklicherweise gehört jedoch Dirigent Hervé Niquet zu jenen Trüffelschweinen in der Alte Musik-Szene, die sich wie im Fall seiner Entdeckung einfach nur von der Qualität der Musik überzeugen lassen. Im Vorfeld musste Niquet die Partitur mit ihren lediglich notierten Gesangsstimmen instrumentieren und damit in aufführungspraktische Form bringen (was ihm entsprechend der berührenden Dimensionen dieser Messe eindrucksvoll geglückt ist). Weil Le Princes Marien-Messe (der Titel „Macula non est in te“ lautet übersetzt „Du bist frei von der Erbsünde“) aber mit ihren fünf Sätzen kein ganzes Album füllt, hat Niquet mit ausgewählten Motetten der bedeutenden Zeitgenossen Marc-Antoine Charpentier und Jean-Baptiste Lully einen Gottesdienst im Stile des französischen Hochbarocks rekonstruiert. Aber auch dieser musikwissenschaftliche Fleiß hat sich ausgezahlt.
Mit dem Frauenchor und dem Instrumentalensemble von Le Concert Spirituel lässt Niquet die wertvollen Melodielinien von Le Prince nicht nur genauso anmutig und mit feierlicher Expressivität schweben wie die meisterhaften Vokalwerke seiner Kollegen. Zugleich fühlt man sich in eines jener Nonnenklöster versetzt, in denen damals einige der schönsten Stimmen von ganz Frankreich erklangen.

Guido Fischer, 10.08.2013



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