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Nubium Swimtrip

Tonbruket

ACT/Edel 1095582ACT
(62 Min., 2013)

Bei der ersten CD hieß das schwedische Quartett noch „Dan Berglund's Tonbruket“. Mittlerweile ist es allerdings nicht mehr nötig, mit dem Namen des prominentesten Mitglieds des Viererbundes hausieren zu gehen. Bassist Berglund, einst pumpendes Herz des Esbjörn Svensson Trios, darf wieder das sein, was er schon immer so vortrefflich war: Teamplayer in einer Band, die aus höchst originellen Instrumentalisten besteht.
Da wäre etwa Schlagzeuger Andreas Werliin, dessen erdverbunden-rumpeliges Spiel sich bestens mit Berglunds grollenden Ostinati ergänzt. Oder Pianist Martin Hederos, der öfters auch zur Geige greift, was im Stück „Liga“ unter Hinzunahme von Berglunds gestrichenem Bass und der archaischen, von Gast Magnus Holmström gespielten Tastenfidel Nyckelharpa zu irritierenden weltmusikalischen Effekten irgendwo zwischen Bollywood und Orient führt.
Wenn es aber einen Schichtführer in der Tonfabrik gibt (was Tonbruket frei übersetzt bedeutet), dann ist das Gitarrist Johan Lindström. Von ihm stammt ein Großteil der Stücke auf „Nubium Swimtrip“, er bestimmt zudem die Klanggestalt des Quartetts mit seiner sich hymnisch windenden Pedal Steel Guitar aufs Nachhaltigste.
Auch der Einfluss des namhaftesten Mitwirkenden bei der dritten Einspielung der Schweden ist unüberhörbar: Es muss wohl am Genius loci der Abbey Road Studios liegen, dass das Tonbruket-Kollektiv oftmals so stark nach Pink Floyd klingt. Offensichtlich wird das bei der Albums-Eröffnungsnummer „A Road“, wo ein sich aus einem 3/4- und einem 5/4-Takt zusammensetzender Rock-Groove auf eine David-Gilmour-Gitarre und psychedelisches Vogelzirpen trifft. Wie schon der Albumtitel andeutet, der einen Mondmeer-Badeausflug zum Gegenstand hat: Tonbruket ist nicht ganz von dieser Welt.

Josef Engels, 19.10.2013



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