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Giovanni Gabrieli

Sacrae Symphoniae

Gesualdo Consort Amsterdam, Oltremontano, Wim Becu

Accent/Note 1 ACC 24282
(61 Min., 12/2012)

Lange Zeit waren Giovanni Gabrielis „Sacrae Symphoniae“ zusammen mit zahllosen anderen in unhandliche Denkmalausgaben-Folianten verpackten Werken vor allem in Bibliotheken zu bewundern. Nach einzelnen Einspielungen in den früheren Jahren der historisierenden Aufführungspraxis mehren sich die Auswahl-Programme auf CD nun seit den Neunzigern. Welch ein Gewinn! Man belebt hier ein ursprünglich für die Liturgie des Markusdoms komponiertes mehrchöriges Pracht-Repertoire wieder, das nicht nur eine bedeutende Rolle in der Musikgeschichte spielt, sondern seinen Reiz zudem bis heute nicht verloren hat.
Freilich: Man braucht eine Handvoll Sänger, die bei vibratoarmer Stimmgebung lebendig und expressiv zu singen vermögen. Ausdrucksintensität und freiwillige Selbstbeschränkung müssen sich die Hand geben, was nicht leicht zu verwirklichen ist. Hinzu kommt eine Gruppe engmensurierter Posaunen mit einem oder zwei Zinken an der Spitze, die improvisationsbegabt sind und der Musik jene unverzichtbaren Diminutionen vor allem auf die Kadenzen hin beigeben können, die mit ihrer erhebenden Wirkung so eminent zum Glück des Hörers beitragen. Des Weiteren eine gute Continuo-Gruppe, vielleicht noch zwei Violinen – fertig ist die perfekte Besetzung für diese Musik. Harry van der Kamp hat für diese CD sein Gesualdo Consort mit der großartigen Nele Gramß an der Spitze mitgebracht, Wim Becu seine erfahrenen Instrumentalisten. Das Ergebnis ist reine Freude.

Michael Wersin, 04.01.2014



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