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Felix Mendelssohn Bartholdy

Die drei Klavierkonzerte

Oliver Schnyder, Musikkollegium Winterthur, Douglas Boyd

RCA/Sony 88883 70735 2
(77 Min., 10/2012) SACD

Die beiden mit einer Opuszahl versehenen Klavierkonzerte von Mendelssohn Bartholdy werden wohl nie so populär werden wie sein Violinkonzert. Dafür mag ihnen doch das romantisch Doppelbödige fehlen, um mit den Konzerten etwa von Schumann oder Chopin konkurrieren zu können. Dennoch haben sie es nicht verdient, dass man so stiefmütterlich mit ihnen umgeht. Und vielleicht ändert sich ihr Image ja nach der Aufnahme des Schweizer Pianisten Oliver Schnyder, der diese „reifen“ Werke mit Mendelssohns Talentprobe von 1822 gekoppelt hat. Mit gerade einmal 13 Lenzen komponierte der dieses dreisätzige Werk in a-Moll, das schon alles besitzt, worauf manch älterer Kollege sicherlich neidisch gewesen ist. Der funkelnde Stile brillante folgt hier keinem Schema F. Vielmehr reizte Mendelssohn dabei gekonnt die Farb- und Stimmungswechsel allein im ersten Satz bis ins kammermusikalische Zusammenspiel zwischen Klavier und Streichern aus. Und beim „Adagio“ herrscht eine wundersam hymnische Ruhe und Entspanntheit, die trotz des leicht mozartischen Appeals nie abgekupfert wirkt.
Gemeinsam mit dem Musikkollegium Winterthur unter der Leitung seines Chefdirigenten Douglas Boyd nimmt Schnyder daher auch dieses Jugendwerk mit aller Ernsthaftigkeit, die dieser frühreifen Kunst gebührt. Ähnlich geistvoll, äußerlich wie innerlich beschwingt geraten, sind auch die zwei offiziellen Klavierkonzerte des Anfang bzw. Mitte Zwanzigers Mendelssohn. Schnyder versteht sich aber nicht nur darauf, die Melodien in weiten Bögen auszusingen, sondern bringt auch die scheinbar vordergründigen, virtuosen Passagen zum „Sprechen“.

Guido Fischer, 04.01.2014



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