Responsive image

Souls

Magnus Lindgren

Content/Edel 0209026CTT
(45 Min.)

Seine Arrangements für die Bohuslän Big Band und das Wermland Opera Orchestra brachten Magnus Lindgren in seiner Heimat den Ruf ein, die „schwedische Antwort auf Quincy Jones“ zu sein. Offenbar ist etwas dran – Jones höchstpersönlich attestierte dem durch seine Zusammenarbeit mit Nils Landgren und Till Brönner bekannt gewordenen Saxofonisten und Flötisten anschließend, dass die Zukunft des Jazz in seinen Händen liege.
Mit seiner Einspielung „Souls“ zielt Lindgren allerdings deutlich in Richtung Pop – und das mit einer internationalen Sänger-Gästeschar, die durchaus etwas von Quincy Jones' „We Are The World“-Produktion hat: Neben Gregory Porter gaben sich unter der Aufsicht des Sting-Bassisten Ira Coleman der „Matt Bianco“-Frontmann Mark Reilly, „Roxette“-Stimme Marie Fredriksson, die brasilianische Legende Ivan Lins sowie die Schwedinnen Rigmor Gustafsson und Anna Christoffersson im New Yorker Studio das Mikrofon in die Hand.
Heraus gekommen ist dabei eine an den Ecken recht glatt geschliffene Ansammlung von Pop-Soul-Nummern aus der Feder Lindgrens im 70ies-Retro-Gewand mit viel akustischer Gitarre und Fender Rhodes, die zuweilen an die Kollaboration von Grover Washington Jr. mit Bill Withers denken lässt. Es sind die Details, die aufhorchen lassen: hier ein mit Stimme gedoppeltes Saxofon-Solo (so im Ohrwurm „Change All The Time“), da ein markantes Unisono von Bass und E-Piano – und vor allem immer wieder Rhani Krijas Percussion, die ein herkömmliches Schlagzeug ersetzt und den Stücken öfters eine unerwartete rhythmische Hintergrundfärbung verleiht.
Höhepunkt der Aufnahme ist freilich ein Stück ohne Gesang: Lindgrens ausgesprochen fein gesetzte Bearbeitung des Stevie-Wonder-Stücks „Creepin'“, in der sich der Schwede an Flöten, Klarinetten und Tenorsax als One-Man-Blasorchester betätigt. Das dürfte auch Quincy Jones beeindrucken.

Josef Engels, 11.01.2014



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Werk und Biografie: Immer wieder führt dieses Spannungsfeld zu Einsichten in Komponistenleben, die Rätsel aufgeben oder einen zumindest staunen machen. Nikolai Mjaskowski zum Beispiel kam aus einer russischen Offiziersfamilie, ging auf die Kadettenschule, später auf die Petersburger Akademie für militärisches Ingenieurwesen und wurde anschließend, wie sein Vater, Offizier. Daneben aber komponierte er, und dieses Oeuvre hat mit Drill und militärischer Strenge so gar nichts zu tun. […] mehr »


Top