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Gaetano Donizetti, Antonio Pasculli, Jacques Ibert, Benjamin Godard, Richard Wagner u.a.

Meditations (Oboe & Harfe in der Oper)

Céline Moinet, Sarah Christ

harmonia mundi HMC 902175
(56 Min., 5/2013)

Unter dem Titel „Meditations“ bieten die Oboistin Céline Moinet und die Harfenistin Sarah Christ ein Programm mit Musikstücken aus Opern – was mag den Hörer erwarten? Dass die berühmte „Méditation“ aus Massenets „Thaїs“, jenes Paradebeispiel für eine vielfach verkitschte Hochzeits- und Begräbnisschnulze, titelgebender Bestandteil des Programms ist, lässt zunächst Schlimmes befürchten. Aber Moinet und Christ vermögen tatsächlich restlos zu überzeugen, denn sie beschreiten den schmalen Grat zwischen purer Unterhaltungsabsicht und künstlerischer Integrität mit souveräner Trittsicherheit.
Freilich kann das liebliche Miteinander von Harfe und Oboe seine Gefälligkeit niemals verleugnen, aber das ist auch gar nicht nötig, wenn klanglich widerborstigere Nummern wie Jacques Iberts „Entr’acte pour hautbois et harpe“ oder Arthur Honeggers „Musique de scène pour la tragédie musicale Antigone“ effektvoll für Abwechslung sorgen. Wohltuend ist nebenher, dass auch die berüchtigte „Méditation“ von Massenet in der Darbietung der beiden Damen nicht zum überparfümierten Schaumbad verkommt, sondern mit der gebotenen Stringenz und Nüchternheit vorgetragen wird – das Stück ist schon schön, man muss es nicht noch schöner machen. Eine gute Idee war es ferner, das Schalmei-Solo des einsamen Hirten aus dem dritten Akt von Wagners „Tristan“ mit ins Programm zu nehmen – hier hat man das Cor-anglais-Idiom eins zu eins im Original, Bearbeitung ist nicht nötig. Da verträgt man dann ohne weiteres auch die Adaption des „Liedes an den Abendstern“, für die Céline Moinet als Bearbeiterin selbst verantwortlich zeichnet – ebenso wie übrigens auch im Fall von vier weiteren Stücken, die keine Originalkompositionen sind. Bleibt noch zu sagen, dass die Tontechnik einen gewichtigen Beitrag dazu geleistet hat, diese CD zum Klangerlebnis zumachen: Vor allem das Spiel der Harfe ist mit großartiger Tiefenschärfe eingefangen worden.

Michael Wersin, 22.02.2014



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