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Carl Philipp Emanuel Bach

Konzerte und Sinfonien

Berliner Barock Solisten

dhm/Sony 88843-00425-2
(67 Min., 4/2013)

Wer sich von der Musik Johann Sebastian Bachs her der Stilistik seines Sohnes Carl Philipp Emanuel nähert, wird immer wieder staunen über die tradierte Äußerung des Jüngeren, er habe in der Komposition nie einen anderen Lehrmeister gehabt als seinen Vater: So anders ist die Musik des diesjährigen Jubilars im Vergleich zu derjenigen seines Vaters, so völlig verschiedenartig scheinen auch die künstlerischen Grundhaltungen zu sein, die hinter den beiden Idiomen stehen! Carl Philipp Emanuels Musik ist auch dort, wo sie sich barocker Gestik bedient, stets schon die Musik des aufgeklärten Individuums, das sich den Zugang zur Welt mittels seiner eigenen Empfindungen und Gedanken zu erschließen sucht; keine Spur mehr von jenem „totalen“ Ansatz des Vaters Bach, der seine Werke immer als Elaborate eines von Gott geschaffenen und auf Gott verweisenden Menschseins präsentierte.
Ohne diese volle existentielle Wucht exponieren Carl Philipp Emanuels Werke eine damals neue Art von leichtgewichtigerer, mit Sensitivität verknüpfter Virtuosität; dass diese Stilistik für uns heutzutage wieder mehr sein kann als nur ein Phänomen des Übergangs zur Klassik, verdanken wir wohl nicht zuletzt den Möglichkeiten der historisch informierten Spielpraxis, in deren Geist auch die brillanten Musiker dieser Aufnahme agieren: Die raschen Tempi, knackigen Artikulationen und scharf konturierten Farben barocker Spielpraxis und barocken Instrumentariums stellen die Musik in eine Perspektive, die sowohl das „Woher“ wie andererseits gerade auch das „Wohin“ klarer zum Vorschein bringt. Ein großartiger Beitrag der erstklassigen Berliner Barock Solisten zum noch jungen C.-P-E.-Bach-Jahr.

Michael Wersin, 01.03.2014



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