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Golden Age

Nir Felder

OKeh/Sony 88883796292
(64 Min., 11/2011)

Jack DeJohnette, Greg Osby, Stanley Clarke, Mark Turner oder Esperanza Spalding: Die Liste von Nir Felders bisherigen Auftraggebern ist lang. Dabei handelt es sich bei dem 1982 geborenen Amerikaner keinesfalls um den typischen Jazz-Gitarristen: Sein Instrument ist eine mexikanische Fender Strat für 250 Dollar, die er sich als 13-Jähriger zugelegt hat; bei der Bespannung wählte er die fettesten Saiten – so wie eines seiner Vorbilder, der Blueser Stevie Ray Vaughan.
Kein Wunder, dass auch Felders Debüt-Album unorthodox beginnt. Bei den ersten beiden Stücken spielt der Bandleader weder Solo noch Melodie im klassischen Sinne, sondern fabriziert mit seinen Akkorden und Arpeggien nonverbal hymnischen College-Rock. Das Solieren überlässt er dem Pianisten Aaron Parks.
Erst mit dem Stück „Ernest/Protector“ zeigt Felder, dass er auf dem Berklee College auch seinen Post-Bop von der Pike auf gelernt hat. Das ist – ähnlich wie bei den metrisch und melodisch vertrackten Nummern „Slower Machinery“ und „Memorial“ – alles sehr ausgefuchst und jazzakademischer State of the Art. Aber die dicken Saiten geben Felders 16tel-Läufen da schon eine gewisse Suppigkeit und Gleichförmigkeit.
Am stärksten und originellsten ist der Amerikaner immer dann, wenn er sich am weitesten vom Jazz-Mainstream entfernt und Pop- oder Rock-Helden wie John Mayer oder Neil Young nacheifert. Da ist es dann eigentlich auch gar nicht nötig, stimmige und von Drummer Nate Smith energisch angetriebene Instrumentals wie „Sketch2“ oder „Lights“ mit Samples von Politikerreden in irgendwelche obskuren Bedeutungsebenen hochzujazzen.

Josef Engels, 01.03.2014



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