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Think Of Two

David Helbock's Random/Control

Traumton/Indigo 983362
(80 Min., 6/2013)

Auch wenn sich unsere Nachbarn nicht für die Fußball-WM qualifiziert haben: Wenigstens ein Österreicher liefert – inspiriert von Brasilien – Weltmeisterliches ab. Mit seiner flexiblen und höchst ungewöhnlichen Dreier-Kette verbeugt sich der Vorarlberger Pianist David Helbock nicht nur vor dem brasilianischen Unikum Hermeto Pascoal, sondern bietet ihm in puncto Eigenwilligkeit auch die Stirn. Anatomisch unmöglich? Nun, das ließe sich auch von den rasanten Instrumentenwechseln sagen, die Helbock und seine beiden Mitstreiter Johannes Bär und Andreas Broger auf „Think Of Two“ in Echtzeit vornehmen.
Munter wird da zwischen Piano, Spielzeug-Klavier, Trompete, Sousafon, Alphorn, Saxofon und Bassklarinette hin- und hergesprungen, zuweilen gebeatboxt und rhythmisch geschnauft. Es klingt so, als befände sich Pascoals brasilianischer Urwald mitten auf einer Alpenmatte, was bei aller Virtuosität und Originalität auch sehr lustig ist. Wie sehr dem Geehrten das gefällt, zeigt sich daran, dass Pascoal Helbock ein höchstpersönlich eingespieltes, herrlich wirres Flöten- und Klavier-Gemisch für das Album hat zukommen lassen.
Auf „Think Of Two“ wird aber auch eines anderen großen Jazz-Eigenbrötlers gedacht. Und so respektvoll-skurril, so freimütig zwischen Kontrolle und Zufall wechselnd, wie Helbock, Bär und Broger mit „Round Midnight“, „Trinkle Tinkle“ und „Pannonica“ umgehen, hätte wohl auch Thelonious Monk großen Spaß an dem Irrsinn seiner österreichischen Verwandten im Geiste gehabt.

Josef Engels, 08.03.2014



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