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Dauner//Dauner

Wolfgang Dauner, Flo Dauner

Connector/inakustik 06159921
(44 Min.)

Nach seinem CD-Debüt als gerade mal 15-Jähriger beim United Jazz and Rock Ensemble nahm der Schlagzeuger Florian Dauner fraglos einen etwas anderen Weg als sein berühmter Jazz-Pianisten-Vater Wolfgang. Den Filius zog es machtvoll zum Pop und zum HipHop, wo er unter anderem die Arbeiten der Fantastischen Vier oder des DJs Paul van Dyk veredelte.
Vater und Sohn sind jedoch aus dem gleichen Holz geschnitzt, wie der Trompeter Manfred Schoof in seinen Liner Notes zur zweiten Zusammenarbeit der Dauners innerhalb kurzer Zeit (nach der „United Jazz + Rock Ensemble 2“-Einspielung aus dem Jahr 2012) treffend anmerkt. Und so arbeiten sich die beiden auf „Dauner//Dauner“ unterstützt von Bassist Dieter Ilg durch die Jazzgeschichte und die Karriere des Pater familias.
Vom monkartigen, mit asymmetrischen Klavier-Kontrabass-Unisoni arbeitenden „2012 + 1“ geht es über den weltmusikalisch inspirierten „Raga Yagapriya“ hin zum mit Drones und einem klagenden Sopransax-Synthie-Sound operierenden New-Age-Stück „Hypnos“. Mit „Who Let the Dog Out ...?“ und „Mr. Minky“ landen Vater und Sohn schließlich krachend in der Moderne. Und das klingt dann mitunter so, als würde einer der auf der letzten Daft-Punk-Platte eingesetzten Synthesizer Amok laufen.
Auffällig ist, wie Wolfgang und Florian Dauner die vermeintlich altersgemäßen Rollen unterlaufen. Während der Ältere mit seinem im Studio-Mix kräftig in den Vordergrund gerückten Flügel die Muskeln spielen lässt, begleitet der Jüngere ausgesprochen weise und sensibel. Einen ähnlich musikalisch feinnervigen Partner hatte Wolfgang Dauner schon einmal, wie der Abschluss der CD zeigt: Dort sind der Pianist und der derzeit leider nicht mehr spielfähige Bassist Eberhard Weber in einem bewegenden Zwiegespräch aus vergangenen Tagen zu hören.

Josef Engels, 12.04.2014



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