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Jean-Philippe Rameau, Antoine Dauvergne, Christoph Willibald Gluck u.a.

Le jardin de Monsieur Rameau

William Christie, Les Arts Florissants, Daniela Skorka, Benedetta Mazzucato, Cyril Costanzo u.a.

Editions Arts Florissants/harmonia mundi AF 002
(81 Min., 3/2013)

Aus allem, was William Christie bislang angepackt hat, ist eine Erfolgsgeschichte geworden. Mit seinem Ensemble Les Arts Florissants hat der amerikanische Wahl-Franzose unzählige Meisterwerke aus dem 17. und 18. Jahrhundert wachgeküsst. Das einst heruntergekommene und von ihm erworbene Anwesen im westfranzösischen Thiré erstrahlt dank des ungemein talentierten Hobbygärtners Christie in neuem historischem Glanz. Und mit seiner 2002 ins Leben gerufenen „Académie du jardin des voix“ gab er jungen Sängertalenten die Chance, sich im französischen Barockgesang zu beweisen. Nun ist Christie zudem noch unter die Labelgründer gegangen. Ein Auslöser war, dass die ehemals bei einem großen Label veröffentlichte, tolle Aufnahme des „Jardin des voix“-Nachwuchses von 2005 längst aus dem Katalog gestrichen wurde. Den qualitätsbewussten Künstler hat das so gefuchst, dass er ab sofort die völlige Kontrolle auch über seine Veröffentlichungen haben will.
Und selbstverständlich hat sich nach der beeindruckenden Label-Premiere mit Händels „Belshazzar“ Christies hoher Anspruch auch in der Aufmachung der zweiten CD niedergeschlagen. Neben einem geschmackvoll aufbereiteten und informativen Booklet mit natürlich sämtlichen Gesangstexten gibt es ein zweites Heftlein – mit einer Kurzgeschichte von Adrien Goetz über eine fiktive, musikalische Barock-Party, die um 1900 im normannischen Caen stattfand.
Mit dieser hübschen Geschichte wird zugleich auch ein direkter Bogen zu dem Repertoire geschlagen, mit dem 2013 die sechs ausgewählten Sängerinnen und Sänger des „Jardin des voix“ ihre exzellenten Visitenkarten abgegeben haben. Unter der strengen wie zugleich inspirierenden Oberaufsicht von Christie und seinem engen Künstlerfreund Paul Agnew schlagen die drei Damen und die drei Herren einen Opern- und Kantaten-Bogen von André Campra („L´Europe galante“) über die Gluck-Rarität „L´Ivrogne corrigé“ bis hin zu Galanterien von Antoine Dauvergne. Im Zentrum dieser mitreißenden wie stets gehaltvollen Aufnahme steht jedoch Jean-Philippe Rameau. Schließlich ist dem exquisiten Ramisten William Christie nicht entgangen, dass sich 2014 zum 250. Mal Rameaus Todestag jährt.

Guido Fischer, 03.05.2014



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