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Felix Mendelssohn Bartholdy

Sinfonie Nr. 2 „Lobgesang“

Christiane Karg, Christina Landshamer, Michael Schade, Symphonieorchester des BR, Chor des BR, Pablo Heras-Casado

harmonia mundi HMC 902151
(61 Min., 6/2012)

„Alles, was Odem hat, lobe den Herrn“, tönen ganz am Anfang der Sinfonie edel und hehr die Posaunen – lange bevor der Chor das Psalmzitat dann mit diesem Posaunenmotiv tatsächlich anstimmt. Pablo Heras-Casado nimmt den ersten Satz von Mendelssohns „Lobgesang“, der von der „Alles, was Odem hat …“-Musik durchzogen ist, sehr zügig und vorwärtsdrängend. Kein Problem mit dem hervorragend disponierten BR-Symphonieorchester, welches freilich auch für die lyrische Seitensatzthematik den nötigen Schmelz im Klangrepertoire hat.
Das Orchester reißt dann im ersten Chorsatz mit all seiner Verve die Sänger mit sich fort und hüllt sie mit mächtigem Klang ein – man würde sich hier etwas mehr Freiraum wünschen für die volle Entfaltung des Vokalklangs. Freilich ist es der BR-Chor gewohnt, sinfonischen Klangwogen standzuhalten, und so steuern die Damen und Herren zumindest das nötige Volumen bei, wenngleich die Sprache ein wenig auf der Strecke bleibt.
Etwas zarter werden später die Solisten begleitet, besonders die beiden Damen, die im berühmten Duett „Ich harrete des Herrn“ allerdings auch nicht allzu keusch oder zurückhaltend agieren: Hier wird durchaus mit kräftigem Vibrato und immerhin jugendlich frischem Metall agiert, Piano-Zauber bleibt weitgehend aus. Der Tenorsolist Michael Schade gerät bei seinen Soli gelegentlich ein wenig ins Skandieren, was seinem Timbre nicht unbedingt gut tut.
Insgesamt also eine Einspielung, bei der der sinfonische Duktus immer wieder einmal forsch gegen die vokale Sphäre anstürmt. Eine diesbezüglich ausgewogenere Gesamtanlage hätte dem Rezensenten noch besser gefallen.

Michael Wersin, 10.05.2014



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