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Paul Dukas

Der Zauberlehrling, Velléda, Polyeucte

Chantal Santon, Julien Dran, Jean-Manuel Candenot, Les Siècles, Franҫois-Xavier Roth

Musicales Actes Sud/harmonia mundi ASM 12
(56 Min., 4/2011, 5/2012)

Einen Gefallen hat sich der äußerst selbstkritische Paul Dukas nicht getan, als er gegen Ende seines Lebens einen Großteil seines Werks vernichtete. Denn damit sollte er nur seinen Ruf als One-Hit-Komponist untermauern, als der er in die Musikgeschichte eingegangen ist. Auch der designierte Kölner GMD Franҫois-Xavier Roth hat sich jetzt mit seinem auf die historische Aufführungspraxis abonnierten Ensemble Les Siècles an die Fersen von Dukas´ „Zauberlehrling“ geheftet. Und mit diesem unverwüstlichen Orchesterscherzo eröffnet man grandios con fuoco und mit brillant funkelndem Kolorit ein Dukas-Porträt, das auch von künstlerischen Schicksalsschlägen und Vorbildern des Franzosen erzählt.
Im Zentrum der Aufnahme steht die Kantate „Velléda“, mit der Dukas 1888 lediglich den zweiten Preis beim Pariser Prix de Rome erlangte und damit alle Hoffnungen auf einen Aufenthalt in der römischen Villa Medici begraben musste. 23 Jahre alt war er, als er dieses unter dem Strich herrlich nach französischer Spätromantik duftende Werk schrieb, das um die schicksalhafte Liebe der Zauberin Velléda kreist. Und das von den drei Solisten, von Chantal Santon (Sopran), Julien Dran (Tenor) und Jean-Manuel Candenot (Bassbariton) sängerisch regelrecht umarmte Melos spiegelt mit all seinen verführerischen Reizen Dukas´ Verehrung von César Franck wider. Keine Überraschung ist es, dass Roth & Co. dieser Musik jegliches dickflüssige Sentiment radikal ausgetrieben haben und man stattdessen die Partitur bis in ihre Details und Nervenbahnen hellwach ausleuchtet. Ähnliches gelingt ihnen in der 1892 uraufgeführten Ouvertüre „Polyeucte“, die neben den typisch Franck´schen Modulationen und Wellen zudem den Einfluss von Richard Wagner und damit von Dukas´ zweitem Hausgott preisgibt. Erstaunlich, was es an den schmalen Repertoirerändern von Paul Dukas noch zu entdecken gibt!

Guido Fischer, 07.06.2014



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