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Giovanni Benedetto Platti

Concerti per il cembalo obligato

Luca Guglielmi, Concerto Madrigalesco, Paolo Grazzi

Arcana/Note 1 A375
(71 Min., 7 & 9/2013)

Die Geschichte des Klavierkonzerts beginnt mit Bachs „Fünftem Brandenburgischen“ und setzt sich mit seinen Leipziger Cembalo-Konzerten fort – daran kann kein Zweifel bestehen. Aber die Idee, das Tasteninstrument solistisch aus einem Ensemble hervortreten zu lassen und es von seiner Continuo-Rolle zu lösen, wurde darüber hinaus auch andernorts verfolgt. Im Schaffen des Norditalieners Giovanni Benedetto Platti (1697-1763), der ab 1722 am bischöflichen Hof in Würzburg anzutreffen war, darf die frühe Bekanntschaft mit Bartolomeo Cristoforis Hammerklavieren als Inspirationsquelle für die „Concerti per cembalo obligato“ gelten, die er hinterlassen hat.
Drei dieser Werke werden auf der vorliegenden CD in makellos schöner Interpretation präsentiert. Stets hat hier das Tasteninstrument komplett solistische Abschnitte innerhalb der Sätze, bei denen auch kein Continuo-Cello mitspielt und in welchen sich die Streicher nur gelegentlich mit kurzen Einwürfen zu Wort melden. Luca Guglielmi, der einen Hammerklavier-Nachbau von Kerstin Schwarz spielt, zelebriert den Solopart mit sehr viel Eleganz und Feingefühl. Die begleitenden Streicher setzen mit obertonreich leuchtendem Timbre einen klanglichen Kontrapunkt. Plattis Musik gibt sich grazil bei raffinierter Harmonik und abwechslungsreicher satztechnischer Raffinesse. Ein Genuss.

Michael Wersin, 12.07.2014



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