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César Franck, Edvard Grieg, Antonín Dvořák

Sonaten

Renaud Capuҫon, Khatia Buniatishvili

Erato/Warner Classics 2564625018
(66 Min., 4/2014)

Musik verbindet: Renaud Capuҫon verweist im wohlformulierten Grußwort zu dieser CD auf die „différences de charactère“ zwischen Khatia Buniatishvili und ihm selbst. Aber wenn man den 38-jährigen Franzosen gemeinsam mit der erst 27-jährigen Georgierin die Franck-Sonate zelebrieren hört, dann begeistert man sich schnell daran, wie rückhaltlos die beiden sich gegenseitig befeuern.
Vor allem im zweiten und vierten Satz rauscht Buniathishvili ungebremst und mit umwerfender Kraft besonders im Bassregister durch sämtliche gemein schweren Stellen – andere Pianisten hörte man dort schon bedeutungsschwanger stauen und abbremsen, aber für die beängstigend temperamentvolle junge Virtuosin gibt es kein Halten. Da muss der sonst dezentere Franzose einfach mit, und er lässt es an Feuer nicht mangeln!
Kaum ist der Franck zu Ende, setzt sich das interpretatorische Inferno unter dem Namen Grieg fort: Auch aus der dritten Violinsonate des Norwegers holt das Duo ein Höchstmaß an Spannung und Dramatik, aber auch an Klangzauberei heraus. Faszinierend ist immer wieder die hochsensible Kommunikation von Geige und Klavier, aber ebenso auch der gemeinsame Wille, jeden der vielen musikalischen Höhepunkte zu einem Höchstmaß an exaltierter Expressivität zu führen. Charakterunterschiede? Iwo! Wenn die beiden demnächst das Aufgebot bestellen würden, wäre der Rezensent nicht verwundert. Aber zumindest auf weitere gemeinsame CD-Projekte hoffen wir doch.

Michael Wersin, 04.10.2014



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