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Béla Bartók, Franz Schubert, Claude Debussy, Johannes Brahms, Wolfgang Amadeus Mozart, Witold Lutosławski, Francis Poulenc, Darius Milhaud

Güher & Süher Pekinel In Concert

Güher Pekinel, Süher Pekinel, Orchester des Maggio Musicale Florenz, Zubin Mehta

Arthaus/Naxos 102 191 (DVD + CD) bzw. Arthaus/Naxos 101 792 (CD)
(111 Min., 2010 & 2012)

Die 1953 in Istanbul geborenen, zuerst von ihrer Mutter unterrichteten und danach international ausgebildeten Zwillingsschwestern Güher und Süher Pekinel bilden eines der interessantesten Klavierduos der Gegenwart: So traumwandlerisch sicher kommunizieren sie an zwei Klavieren miteinander, dass sie die beiden Flügel nicht (wie sonst üblich) im Jin-Yang-Prinzip aufstellen, um sich direkt ins Angesicht blicken zu können. Sie musizieren vielmehr – das ist auf der DVD zu bewundern – mit in dieselbe Richtung weisenden, aber versetzt stehenden Instrumenten, sodass die eine nur den Rücken der anderen, die andere die eine aber gar nicht sehen kann.
In dieser Positionierung gelang den beiden beim Ludwigsburger Musikfestival 2010 ein furioses Konzert mit erheblicher immanenter Steigerung: Wirken sie bei Schuberts f-Moll-Fantasie an einem Flügel anfangs noch ein wenig befangen und vorsichtig, präsentieren sie sich gleich darauf in Mozarts D-Dur-Sonate für zwei Klaviere schon bemerkenswert virtuos (und strafen all diejenigen Lügen, die behaupten, Mozart sei vor dem Hintergrund des 19.-Jahrhundert-Repertoires technisch keine Herausforderung mehr). Claude Debussys „En blanc et noir“ und Poulencs „Élégie“ bringen faszinierende Klangzaubereien ins Spiel, und in Lutosławskis „Paganini-Variationen“ zeigen sich die Zwillinge geradezu entfesselt.
In Bartóks „Konzert für zwei Klaviere, Schlagzeug und Orchester“, das 2012 in Florenz unter Leitung von Zubin Mehta live produziert wurde, agieren die Pekinels unterm Strich nicht minder souverän, aber hier überwiegt zeitweise der Eindruck hoher Konzentriertheit auf den Notentext – wer wollte ihnen das indes verdenken, enthält das Werk doch höllische Schwierigkeiten.
Der Hörer hat die Wahl zwischen einer CD- und einer DVD-Fassung; wer sich für die DVD entscheidet, erhält zumindest einen Teil des Programms zusätzlich auch als Bonus-CD in der damit verbundenen besseren Klangqualität. Der Rezensent bevorzugt daher die DVD-Ausgabe, denn die Pekinels sind ob ihres symbiotischen Einverständnisses auf dem Podium immer auch visuell ein Genuss.

Michael Wersin, 11.10.2014



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