Responsive image
Giovanni Battista Fontana, Giovanni Gabrieli

Sonate & Canzone

Le Concert Brisé, William Dongois

Accent/Note 1 ACC24250
(77 Min.) 6/2013 CDs

Der fundamentale Paradigmenwechsel in puncto Stil und Ästhetik, der sich im Übergang von der Renaissance zur barocken Epoche auf dem Gebiet der Musik ereignete, führte u.a. zu einer maßgeblichen Stärkung der reinen Instrumentalmusik: Sonaten, Canzonen und andere instrumentale Gattungen entstanden, und die vielfältigen Klangmöglichkeiten gemischter Ensembles aus Bläsern – engmensurierte Posaunen, Zinken – und Streichern, getragen von der stark besetzten Continuo-Ebene, wurden aufs Mannigfaltigste erprobt und zur Blüte geführt.
William Dongois und sein Ensemble schaffen es seit langem nachhaltig, den Blick des Hörers auf diese bedeutende, spannende Zeit des Epochenübergangs zu lenken. Ihre neuste CD enthält Sonaten und Canzonen von Giovanni Gabrieli und Giovanni Battista Fontana, einem in Rom, Venedig und Padua beschäftigten Zeitgenossen Gabrielis. In der wunderbar eleganten, stets ganz unmittelbar zum Hörer „sprechenden“ Darbietung durch „Le Concert Brisé“ verleugnen die Stücke der beiden Italiener zu keiner Sekunde ihre Herkunft von der Vokalmusik der Renaissance: Die strenge Setzart der geistlichen Gattungen wie auch der aufgelockerte Satz der Madrigale und Tänze spiegeln sich wider in diesen abwechslungsreichen Sonaten und Canzonen. Sie stehen am Beginn einer eigenständigen Entwicklung der Instrumentalmusik und präsentieren sich an diesem Punkt doch schon so ungeheuer reich an Klangfarben, unterschiedlichen Satztechniken und differenziert vielfältigen motivischen Ideen. Ein reiner Genuss von der ersten bis zur letzten Note.

Michael Wersin, 15.11.2014



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Beethovens Bruder: Der Franzose George Onslow gehört zu jenen Musikern, die einst weit über die Ländergrenzen hinweg berühmt waren und noch zu Lebzeiten miterleben mussten, wie ihre Musik vom Lauf der Geschichte überholt wurde. Dabei erwarb sich Onslow vor allem mit seiner Kammermusik in Deutschland so viele Freunde, dass Mendelssohn ihm bei seinem Besuch 1846 in Aachen ein Ehrenkonzert widmete. Onslows Leben ist ein Spiegelbild seiner unruhigen Zeit. Als Sohn eines aus England nach Paris […] mehr »


Top