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György Ligeti

Solo-Konzerte für Cello und Klavier, Mysteries Of The Macabre

Fabián Panisello, PluralEnsemble, Nicolas Altstaedt, Marco Blaauw, Alberto Rosado

NEOS/harmonia mundi NEOS11013
(45 Min., 9/2005, 1/2009, 10/2011)

„Evoziert wird die Vorstellung von Unendlichkeit. Erweckt wird der Eindruck, dass die Musik bereits da war, als wir sie noch nicht hörten, und immer fortdauern wird, auch wenn wir sie nicht mehr hören.“ Mit diesen Worten hatte György Ligeti einmal den geheimnisvollen Charakter seines Vokalwerks „Lux Aeterna“ beschrieben, das sich 1966 als eine Feier des Pianissimo entpuppte. Diese Sätze könnten aber auch zu Ligetis Cellokonzert passen, das ebenfalls 1966 entstanden ist. Denn gerade der erste Satz erweist sich als eine ähnlich radikale Studie über das flüchtige Phänomen „Musik“ und sein aus der Stille aufkeimendes und wieder ins Nichts entschwindende Dasein im neunfachen(!) Pianissimo. Was man aber in diesem schemenhaften Satz immerhin zu identifizieren glaubt, ist eine kleine Verbeugung Ligetis vor dem unendlichen Melodiker Wagner. Ohren gespitzt heißt es danach gleichermaßen im 2. Satz, bei dem das Cello auf dunklen, unwirklichen Klangfarbbändern durch die Lüfte zu schwirren scheint. Und wie man dabei die Spannung quasi bis zum letzten Atemzug hochhält, macht Nicolas Altstaedt sensationell vor.
Überhaupt erweist sich bei dieser vom spanischen Neue Musik-PluralEnsemble arrangierten, konzertanten Ligeti-Hommage jeder der drei ausgewählten Solisten als absoluter Volltreffer. In den „Mysteries Of The Macabre“ (1991) für Solo-Trompete und Kammerorchester gibt sich Marco Blaauw als panoptisch und burlesk umherwirbelnder Derwisch. Und in dem fünfsätzigen Klavierkonzert aus den 1980er Jahren zieht Alberto Rosado mit handfestem Groove und Drive seine polyrhythmisch komplexen Runden.

Guido Fischer, 13.12.2014



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