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Luca Marenzio

Quinto libro di madrigali

La Compagnia del Madrigale

Glossa/Note 1 GCD 922804
(74 Min., 2, 6, 9/2011 & 9/2014)

Ebenso edel und geschmackvoll wie die Aufmachung dieses Albums ist nicht allein die darin enthaltene Musik, sondern auch ihre Darbietung durch „La Compagnia del Madrigale“. Dieses Ensemble gehört – neben der teilweise identisch besetzten Gruppe „La Venexiana“ – zu den derzeit allerfeinsten Interpreten der ungezählten Schätze aus dem Reich der Madrigale.
Mit dem „Quinto libro“ von Marenzio haben sich die Sänger ein Repertoire ausgesucht, das noch nicht von Chromatik, gewagten Sprüngen und frei eintretenden Dissonanzen durchzogen ist wie später die Madrigale Gesualdos, Pallavicinos und auch Monteverdis, welche den ereignisreichen Übergang in die Barockzeit widerspiegeln. Dennoch war auch am Ende des 16. Jahrhunderts – Marenzio starb 1599 – das Madrigal schon Experimentierfeld für eine besonders textnahe Art des Komponierens, mittels derer die verschiedenen Affekte der hochemotionalen italienischen Lyrik überaus plastisch auch in der Musik zu erleben sind. Entsprechend bewegt und schwelgerisch sind die in üppige Sechsstimmigkeit gefassten Sätze Marenzios – sie sind Steilvorlagen für die Entfaltung der jugendlichen Timbres mit biegsamen, leicht ansprechenden Stimmen, mit denen die Interpreten einmal mehr jene alten Partituren auf zauberhafte Weise zum Höreindruck machen. Wir hoffen auf viele weitere Alben dieser Art.

Michael Wersin, 31.01.2015



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