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Robert Parsons, Matthew Locke, William Byrd, Augustine Bassano u.a.

Coronation Music For Charles II

Oltremontano, Psallentes, Wim Becu

Accent/Note 1 ACC24300
(66 Min., 7/2014)

Die 1661 erfolgte Wiedereinführung der Stuart-Monarchie in Gestalt König Charles‘ II. ist nur der Beginn einer weiteren Episode innerhalb der überaus bewegten englischen Geschichte des 17. Jahrhunderts. Vorausgegangen war die wenig erquickliche Herrschaft des „Lordprotektors“ Oliver Cromwell, die besonders für die vielen hochkarätigen Musiker des Königreiches wenig Grund zur Freude bot: Cromwell hatte als Puritaner das gesamte öffentliche Kulturleben, darunter auch die Hofmusik, auf ein Minimum zurückgefahren; von den Knaben der „Chapel Royal“ etwa waren nur noch zwei übriggeblieben. Umso glücklicher konnte man zumindest aus dieser Perspektive sein, als mit Charles II. wieder ein prachtliebender Poetentat an die Macht kam, und entsprechend reichhaltig fiel die musikalische Gestaltung der Feierlichkeiten zu seiner Einsetzung aus.
Offenbar lässt sich diese Festmusik aus den zeitgenössischen Quellen recht gut rekonstruieren, und so haben sich Wim Becu und seine Musiker darangemacht, ein möglichst plastisches Bild davon zu erstellen – einschließlich sogenannter „Soundscapes“, mit denen die Geräuschkulisse – Stimmengewirr, Bläserfanfaren etc. – der Außenszenen dem Hörer nahegebracht werden sollen. Prächtig und edel ist vor allem die wundervolle Bläsermusik u.a. aus den Federn von Matthew Locke und Augustine Bassano, eindrucksvoll sind aber auch die – leider wenigen – Gesänge aus dem Gottesdienst in Westminster Abbey, darunter ein „Te Deum“ von Pelham Humfrey und das durch machtvolle Orgelklänge eingeleitete „O Lord, Grant The King A Long Life“ von William Child. Eine CD, die durchaus gefangen nehmen kann – vor allem, wenn man den kompetenten Beihefttext studiert und sich vielleicht darüber hinaus auch anregen lässt, sich ein wenig in die aufregende Geschichte jenes Jahrhunderts zu vertiefen.

Michael Wersin, 28.02.2015



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