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Johannes Brahms, Clara Schumann, Edvard Grieg

Romantische Impressionen (Sonaten für Violine und Klavier u.a.)

Byol Kang, Boris Kusnezow

Genuin/Note 1 GEN 15335
(70 Min., 2/2014)

Kennengelernt hatten sich die beiden jungen Musiker 2009 beim „Deutschen Musikwettbewerb“, aus dem jeder in seiner Kategorie als Gewinner hervorgegangen ist. Seitdem bilden die Koreanerin Byol Kang (Violine) und der Russe Boris Kusnezow (Klavier) mit ansehnlichem Erfolg eine feste musikalische Lebensgemeinschaft. Nach der Debüt-CD mit Werken von Beethoven, Brahms, Poulenc und Messiaen verweilt das Duo nun mit seinem Nachfolgealbum ganz im 19. Jahrhundert und erinnert dabei auch an den legendären Geiger Joseph Joachim. Während Johannes Brahms seine 1. Violinsonate und Clara Schumann ihre „Drei Romanzen“ für ihren alten Freund geschrieben haben, hat Joachim die 3. Violinsonate von Edvard Grieg zumindest immer wieder gespielt. Dass es darüber hinaus auch eine außermusikalische Schnittstelle zwischen der Sonate von Brahms und einer niedergeschlagenen Clara Schumann gibt, macht das eingespielte Programm in Teilen noch dichter.
So überlegt die Werkzusammenstellung ausgefallen ist, so nehmen sich die beiden Musiker ihrer mit einer wohltuend unaufgeregt ausgespielten Empfindsamkeit an. Alles besitzt quer durch sämtliche Stücke, bis hin zu den drei finalen Lied-Transkriptionen von Grieg die nötige Balance zwischen subjektiver Innerlichkeit und struktureller Durchleuchtung, zwischen Impulsivität und Kantabilität, zwischen Liebenswürdigkeit und Verzweiflung. Byol Kangs schlanker, aber doch körperreicher Ton erweist sich dabei als geradezu ideal – wenngleich man sich nicht nur im Eröffnungssatz der Grieg-Sonate etwas mehr fordernde und knisternde Spannung gerade vom Mann am Klavier gewünscht hätte. Trotzdem: Byol Kang und Boris Kusnezow zeigen auch mit dieser Aufnahme, dass man sich zu Recht gesucht und gefunden hat.

Guido Fischer, 04.04.2015



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