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Eat, Drink and Be Merry

Holler My Dear

Traumton/Indigo 101342
(66 Min., 9/2014)

Fans des Eurovision Song Contest und Pop-Redakteure wissen es schon längst: Österreich ist nach langen falcofreien Jahren wieder obenauf. Und siehe da – neben Bands wie „Bilderbuch“ oder „Wanda“ hat felix Austria jetzt auch ein Jazz-Wunder. Laura Winkler heißt es, wurde in Graz geboren und reißt lustvoll alle Genre-Mauern nieder. Nachdem die Sängerin mit ihrem „Wabi-Sabi Orchestra“ mit der Einspielung „Paper Clips“ im vergangenen Jahr schon das Big-Band-Genre auf den Kopf gestellt hat, definiert sie nun mit ihrem Sextett „Holler My Dear“ die Grenzen zwischen Jazz, Pop, Chanson und Folk neu.
Wer angesichts einer Instrumentenzusammenstellung aus Trompete (Stephen Moult), Akkordeon (Valentin Butt), Mandoline (Fabian Koppri), Kontrabass (Lucas Dietrich) und Drums (Elena Shams) vermutet, dass dabei nur Straßen-Volksmusik herauskommen kann, irrt gewaltig. Gewiss, Musette, Tom Waits und Balkaneskes spielen eine große Rolle in der Musik von „Holler My Dear“, zu gleichen Teilen aber auch handgemachter Electroswing, Rap und Radiohead.
Egal aber, was Winkler und ihre Gefährten aus England, Russland, Deutschland und Österreich da verwursten: Das Ergebnis ist immer hochgradig mitreißend. Jedes Stück steuert unaufhaltsam auf einen hymnischen Höhepunkt hin, in dessen glühendem Kern Winklers meisterhafte Singkunst strahlt. Bei aller leichten Überspanntheit, die Vergleiche zu Björk oder Roisin Murphy herausfordert, behält die Grazerin stets die Kontrolle. Zusätzlich wird ihr Gesang veredelt von den perfekt gesetzten Background-Chören im Stile der „Singers Unlimited“. „Eat, Drink and Be Merry“ macht klar: Mit Laura Winkler würde Österreich jeden Eurovision Jazz-Song Contest locker gewinnen.

Josef Engels, 18.04.2015



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