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Antonio Vivaldi

12 Triosonaten Opus 1

Ensemble Mensa sonora, Jean Maillet

Pierre Verany/Note 1 PV798021
(97 Min., 2/1997) 2 CDs

Ganz in der Tradition seiner Vorgänger und Zeitgenossen – darunter Corelli oder Albinoni – begann auch Antonio Vivaldi die Reihe seiner edierten Werke mit einer Triosonatensammlung für zwei Violinen und Basso continuo. Sein Opus 1 folgte dabei auch hinsichtlich der Satzfolge der Tradition: Seine Sonaten bestehen in der Regel aus einem „Preludio“ und einer anschließenden Folge von stilisierten Tanzsätzen. Die letzte der zwölf Sonaten ist dann eine Variationenfolge über Corellis berühmtes „Follia“-Thema.
Weil Vivaldi im Bewusstsein heutiger Hörer als Komponist zahlloser Concerti fest verankert ist, kommt die Rezeption seiner sonstigen Werke – dies gilt für die Kirchenmusik ebenso wie für die Kammermusik – ein wenig zu kurz. Dankenswert daher, dass das Label Pierre Verany eine schon 1997 entstandene Gesamteinspielung der zwölf Sonaten Opus 1 erneut auf den Markt bringt. Freilich muss dennoch gesagt werden, dass die im Jahre 2006 entstandene Einspielung derselben Stücke durch Enrico Gatti und sein „Ensemble Aurora“ in vieler Hinsicht deutlich besser geglückt ist: Gatti und seine Duo-Partnerin Rossella Croce verfügen über einen schöneren Geigenton als Jean Maillet und Isabelle Pointel, und sie „erwischen“ oft auch ein stringenteres, gebündelteres Grundtempo für die einzelnen Sätze. Artikulatorisch und in puncto Gestaltung (bis hin zum Spannungsverlauf von Einzeltönen) sind Gatti & Co. den Interpreten der vorliegenden CD gleichfalls überlegen; dasselbe gilt schließlich auch noch für die Farbigkeit der Continuo-Aussetzung (in beiden Fällen mit Tasteninstrument plus Laute). So positiv es also ist, dass die Wiederveröffentlichung die Stücke in Erinnerung ruft: Wer sie wirklich auf hohem Niveau erleben möchte, sollte lieber zu Gatti und dem „Ensemble Aurora“ greifen.

Michael Wersin, 06.06.2015



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