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Jacques Ibert

Le chevalier errant – Les amours de Jupiter

Orchestre National de Lorraine, Jacques Mercier

Timpani/Note 1 TIM1C1230
(57 Min., 10/2014)

Welch ein Feuerwerk orchestraler Farbenpracht, welch eine Ansammlung harmonischer und melodischer Raffinessen! Wer die Ballettmusiken von Jacques Ibert bisher nicht kannte (so wie auch der Autor dieser Zeilen), der hat ein wahrhaft begeisterndes Erlebnis noch vor sich.
Der 1890 in Paris geborene Ibert war u.a. Schüler des einflussreichen André Gedalge, der ihm ganz offensichtlich erstklassiges Handwerkszeug in puncto Komposition und Instrumentation vermitteln konnte. Später schrieb Ibert eine ganze Reihe von erfolgreichen Ballettmusiken, u.a. für Ida Rubinstein. „Le chevalier errant“ (1934) basiert auf dem Don-Quixote-Roman, „Les amours de Jupiter“ (1945) und greift auf mythologische Motive zurück. Faszinierend an Iberts Stil ist die berauschende Flüssigkeit, mit der er eine originelle, charakteristische Idee nach der anderen hervorbringt; jede ist höchst effektvoll instrumentiert und zieht den Hörer durch ihre stupende Prägnanz in den Bann.
Zur erfolgreichen Vermittlung des Ibert’schen Genies trägt freilich maßgeblich auch die hohe Qualität des Orchestre National de Lorraine bei, das unter Leitung von Jacques Mercier mit vollkommener Klangschönheit und großartiger Präzision agiert. Die Musiker bewegen sich mit traumwandlerischer Sicherheit durch die alles andere als simplen Partituren – es ist eine einzige Freude!

Michael Wersin, 13.06.2015



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