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Can't Help It

Malene Mortensen

Stunt/New Arts International STUCD14162
(49 Min., 3/2014)

Ann Sophie muss sich nicht grämen: Letzte Plätze beim Eurovision Song Contest verhindern keineswegs eine Karriere im Musikgeschäft. Malene Mortensen ist dafür das beste Beispiel, die 2002 für Dänemark die rote Laterne beim internationalen Sangeswettbewerb holte.
Das hinderte die Dänin nicht daran, sich mit der Unterstützung von eher ESC-unkompatiblen Größen wie Niels-Henning Ørsted Pedersen, Chris Potter oder Mike Stern bei ihren bislang acht Alben einen Namen im Bereich des gefälligen Pop-Jazz zu machen.
Für ihre neunte Einspielung hat es Mortensen jetzt nach New York verschlagen, wo sie mit einer Reihe von amerikanischen Musikern um Christian McBrides Pianisten Christian Sands ins Studio ging. Der Ortswechsel hat sich für die Skandinavierin durchaus gelohnt: Die raue Urbanität der US-Instrumentalisten verleiht ihrer zweifellos gut ausgebildeten, aber bislang weitestgehend verhaltensunauffällig gebliebenen Stimme eine gewisse Würze.
Die flirrenden Latin-Grooves im von Michael Jackson geborgten CD-Titelstück „I Can't Help It“ und in „My Favourite Things“, die an Robert Glasper gemahnenden lässigen HipHop-Beats in „Honeysuckle Rose“, „The Heat and Flames“ oder „Summer Haze“ sowie die klassische Jazzballaden-Begleitungskunst von Pianist Sands in „Alone Together“ und „Alfie“ verleihen Mortensen gewissermaßen Flügel. Virtuos vorgetragene Zungenbrecher oder kleine Scat-Kaskaden gehen der Dänin so leicht von den Lippen, dass man sich fast schämt, sie all die Jahre ins leichte Skandinavier-Fach gepackt zu haben. Wenn da nicht schon wieder einige, für die alte Malene typischen Pop-Seichtigkeits-Nümmerchen auftauchen würden, hätte es für die CD von der deutschen Jury noch einen Punkt mehr gegeben.

Josef Engels, 20.06.2015



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