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Johann Ludwig Krebs, Johann Sebastian Bach, Wilhelm Friedemann Bach, Johann Christian Bach

The Bach’s Court In Leipzig (The Harpsichord Lordship)

Luigi Accardo, Enrico Bissolo

stradiviarius/Note 1 STR37012
(59 Min., 12/2013)

Johann Sebastian Bach und das Cembalo: eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Schon im fünften der Brandenburgischen Konzerte, entstanden in Köthen oder gar bereits in Weimar, holte er das Tasteninstrument aus der Continuo-Nische, die es bis dato in kammermusikalischen Werken belegte, und machte es auf elektrisierende Weise zum Mitglied der Solistengruppe. Später in Leipzig, als Bach mit dem renommierten „Collegium Musicum“ Woche für Woche im Café Zimmermann quasi öffentliche Probenarbeit präsentierte, transkribierte er eine große Menge älterer Concerti vor allem aus seiner eigenen Feder zu Cembalo-Konzerten; damit vergnügten sich dann er selbst, seine Söhne und seine Schüler hochvirtuos vor vermutlich staunendem Publikum.
An dieser Stelle kommt die vorliegende CD ins Spiel. Luigi Accardo und Enrico Bissolo widmen sich einer besonderen Spezies des konzertanten Cembalo-Repertoires der Leipziger Zeit – jenen Stücken von Bach, zweien seiner Söhne und seinem Schüler Johann Ludwig Krebs, die reine Cembalo-Duette ohne Orchesterbegleitung sind. Von Bach selbst kommt dafür vor allem das Concerto C-Dur BWV 1061 in Frage, dessen sparsamer Colla-Parte-Orchestersatz auf eine vorausgehende Solo-Fassung schließen lässt – diese hören wir hier. Der Schüler Krebs wandelt in seinem a-Moll-Concerto ausgesprochen fingerfertig auf den Spuren seines Lehrmeisters Bach. Auch Sohn Wilhelm Friedmann agiert in seinem „Duette F-Dur“ sehr kreativ, aber durchaus im Fahrwasser des großen Vaters. Johann Christian hingegen, der später einer der prominentesten Wegbereiter des klassischen Stils werden sollte, hebt sich in galanter Manier deutlichst vom Tonfall der anderen ab.
Accardo und Bissolo machen die ausgelassene Spielfreude, die jedem Kenner des Concerto-Repertoires von Bach und seinem Umkreis so lebhaft vor Ohren und Augen steht, ganz unmittelbar zum Erlebnis: Sie pflügen höchst gewandt durch die teils ungeheuer dichten Partituren, keine technische Schwierigkeit kann sie bremsen. Wer schon einmal davon geträumt hat, seinerzeit im Café Zimmermann dabei gewesen zu sein, der sollte an dieser CD nicht vorübergehen.

Michael Wersin, 27.06.2015



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