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Bugge & Friends

Bugge Wesseltoft

Emarcy/Universal 4717638
(52 Min.)

Dank der feinen Compilation „Too Slow To Disco“ zieht derzeit der Begriff „Yacht Rock“ seine Runden. Wenn man sich das psychedelische Segelboot-Cover der neuen CD von Bugge Wesseltoft anschaut, könnte man glatt meinen, dass der Norweger nun auch an Bord des lichtdurchfluteten Westcoast-Pops aus den 70er Jahren gegangen ist.
Aber weit gefehlt: Bei „Bugge & Friends“ handelt es sich vielmehr um ein Klassentreffen der Jahrtausendwende-Clubjazzer. Neben Wesseltoft sind dies unter anderem der Trompeter Erik Truffaz, der „Beady Belle“-Bassist Marius Reksjø oder der Tenorsaxofonist Ilhan Ersahin, der mit seinem Mix aus Afro, karibischen Einflüssen und elektronischer Musik New York in den Nuller Jahren zum Vibrieren brachte.
Neu definieren wollen die Herren, die bei zwei Stücken Unterstützung von den Sängerinnen Torun Eriksen und Beate Lech (alias Beady Belle) bekommen, hier nichts. Sie ziehen es vielmehr vor, gepflegt miteinander abzuhängen und die guten alten Tage Revue passieren zu lassen.
Will heißen: Aus den Hardbop-Zeiten von „Blue Note“ herübergewehte Bläsersätze treffen auf quirlige Percussion-Pattern, perlige Fender-Rhodes-Figuren und tapfer auf die Viertel stampfende Bass-Drums. Das klingt dann mal nach Ibiza („Do It“ hat durchaus das Zeug zum Sommer-Clubhit auf den Balearen), oft nach Miles Davis („Clauss It“ weckt nicht nur wegen Truffaz' Mimikry-Trompete Erinnerungen an Miles' Isle of Wight-Auftritt) und fast immer nach Wesseltofts Electrojazz-Gruppe „New Conception Of Jazz“, die der Keyboarder eigentlich schon vor Jahren beerdigt hatte, weil ihm das Konzept ausgereizt zu sein schien.
Auch wenn Bugges Freunde nun entspannt am Zeitgeist vorbeisegeln mögen: Als anspruchsvolle Yacht-Beschallung taugt ihre Musik allemal.

Josef Engels, 11.07.2015



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