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Dmitri Schostakowitsch

Sinfonie Nr. 7

Paavo Järvi, Russisches Nationalorchester

Pentatone/Naxos PTC5186511
(73 Min., 2/2014)

Die Sinfonien von Dmitri Schostakowitsch haben die russischen Orchester einfach in der DNA. Selbst das erst 1990 von Mikhail Pletnev gegründete und in die Weltspitze geführte Russische Nationalorchester meistert auf einem bewundernswerten und mitreißenden Niveau die irrwitzigen Herausforderungen, mit denen etwa ein Schostakowitsch-Klassiker wie die „Leningrader“ aufwartet. Allein dieser diabolische Sog, der im Eröffnungssatz der 7. Sinfonie in der Variationsreihe solange entwickelt wird, bis einem alles um die Ohren zu fliegen scheint, setzt das RNO bravourös unter Starkstromspannung. Und wenngleich besonders das Schlagwerk und die Blechbläser sich hier akkurat und trotzdem nach Herzenslust austoben können – auch bei dieser berühmten Passage entfesselt man unter der Leitung von Gastdirigent Paavo Järvi Kräfte, die weit übers effektvoll Lärmende, handgreiflich Äußerliche, banal Heldenhafte hinausgehen. Hinter der strammen Aggressivität meint man eben stets die dunklen Schatten und Katastrophen zu vernehmen, die den tragischen Ton dieser gerne mit ideologischem Ballast befrachteten Sinfonie verdeutlichen. So anspringend aber der elektrisierende Furor ist und so sehr er zugleich unter die Haut geht, so treibt Järvi die Musiker selbst im 2. Satz zu einem Elan an, aus dem die pure Lust und der reine Spaß am Brillanten sprechen. Auch die Aufnahmetechnik hat dabei ganze Arbeit geleistet, um das Knisternde und Blitzeblanke genauso in aller Plastizität einzufangen wie das Abgründige dreidimensional erlebbar zu machen. Im Rahmen der seit 2006 laufenden Einspielung sämtlicher Schostakowitsch-Sinfonien, für die das RNO wechselnde Dirigenten einlädt, darf diese Siebte schon jetzt einen Spitzenplatz beanspruchen.

Guido Fischer, 11.07.2015



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