„In allen diesen Liedern ist und bleibt mein Bestreben, mehr volksmäßig als kunstmäßig zu singen, nämlich so, dass auch ungeübte Liebhaber des Gesanges, sobald es ihnen nicht ganz und gar an Stimme fehlt, solche leicht nachsingen und auswendig behalten können.“ Davon träumte also der gebürtige Lüneburger und Komponist Johann Abraham Peter Schulz. Und mit immerhin zwei Liedern sollte er sich im musikalischen Langzeitgedächtnis verewigen. Von ihm stammen schließlich die Allzeit-Hits „Der Mond ist aufgegangen“ und „Ihr Kinderlein kommet“. Darüber hinaus ist das Schaffen von Schulz (1747 - 1800) jedoch kaum bis gar nicht in Erinnerung geblieben. Kein Wunder, dass daher jede Neueinspielung eines seiner Werke sogleich auch eine Weltersteinspielung ist. Wie im Fall seines Singspiels „Peters Bryllup“ („Peters Hochzeit“), das Schulz 1788 in Dänemark schrieb und das nun vom Raritätensammler Werner Ehrhardt zusammen mit seinem Alte Musik-Ensemble l´arte del mondo in der dänischen Originalfassung vorgelegt wird. Der Inhalt dieses Volksstückes ist denkbar simpel: Auf dem Lande stehen Hochzeiten an – eben auch die von Kapitän Peter, dessen Rückkehr man sehnsüchtig erwartet. „Peters Bryllup“ war nach seiner Kopenhagener Uraufführung 1793 sofort äußerst beliebt und wurde schnell als erstes wahres dänisches Musikstück gefeiert. Und tatsächlich: Besaß die klassische Oper in dänischen Gefilden einen eher mäßigen Ruf, so wahren jetzt die volksliedhaften Arien so ganz nach dem Geschmack des Publikums. In Kammerensemble-Stärke spürt nun l´arte del mondo dem Charme und der Unbeschwertheit dieser durchweg ungekünstelt daherkommenden Musik nach. Mal leuchtend schön, mal gemütlich beschwingt und dann wieder gediegen zauberhaft nimmt sich hingegen das Sängerteam eines Stücks an, auf das die Opernwelt zwar nicht gewartet haben mag. Doch das Interesse für Johann Abraham Peter Schulz hat es allemal geweckt.

Guido Fischer, 22.08.2015



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