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Johann Sebastian Bach

Cembalokonzerte BWV 1052 - 1058

Andreas Staier, Freiburger Barockorchester

harmonia mundi HMC 902181.82
(109 Min., 7/2013) 2 CDs

Schon vor sechs Jahren hatten Andreas Staier und das Freiburger Barockorchester mit Cembalo-Konzerten aus dem Hause Bach gehörig aufhorchen lassen. Damals zog man mit ansteckendem Drive, aber auch äußerst empfindsam seine Kreise – und machte aus den Concerti aus der Feder von Carl Philipp Emanuel Bach großartige, weil auch anspruchsvolle Unterhaltung. Jetzt also hat sich dieses Team wieder zusammengetan, diesmal für die sieben Cembalo-Konzerte von Johann Sebastian Bach, für die er bekanntermaßen auf älteres Material zurückgegriffen hatte. Trotz der weiterhin eher undurchsichtigen Forschungslage, die die Originale betrifft, liegt immerhin eine autographe Partitur von Bach aus dem Zeitraum 1738/39 vor. Aus diesem Jahrzehnt stammt auch das Hamburger Hass-Cembalo, das Staier in einer modernen Kopie aus dem Jahr 2004 bei der Gesamtaufnahme gespielt hat. So, wie man damit so nah wie möglich an den Sound der Entstehungszeit der Concerti herankommen wollte, vermittelt die Einspielung auch im Ganzen einen gewissen Akademismus, was Haltung, Vermittlung und Wiedergabe angeht. Alles unterliegt einer musikhistorisch korrekten Ernsthaftigkeit, die insgesamt wenig Luft zum Atmen und zum Leben lässt. Nicht, dass Staier sein Instrument nicht auch einmal hochtourig aufbrausen lässt (1. Satz des Konzerts Nr. 3). Und schon fast ein wenig gespenstisch wirken die fahlen Tonfäden, die Staier im langsamen Satz des 1. Konzerts spinnt. Doch das bleiben lediglich Momentaufnahmen. Zumal auch das Freiburger Barockorchester eine Strenge vermittelt, die das Impulsive, Risikofreudige und auch Lustvolle dieser Musik domestiziert. Merkwürdig – so lediglich durchweg solide kennt man nämlich auch die Breisgauer Musikanten gar nicht.

Guido Fischer, 12.09.2015



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