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Luciano Berio, Franz Liszt, Maurice Ravel, Nitin Sawhney u.a.

Water

Hélène Grimaud, Nitin Sawhney

DG/Universal 479 5268
(57 Min., 11/2014, 2015)

„Ich möchte nicht Klänge durch meine Kontrolle in Richtung eines Ziels in Bewegung setzen. Vielmehr möchte ich sie freilassen, wenn möglich ohne sie zu kontrollieren.“ Dieses Credo stammt vom japanischen Komponisten Toru Takemitsu und erzählt nicht nur viel über seine Klangsprache und sein Klangdenken. Takemitsus Ideal von einer Musik, die sich wie ein natürlicher, von keinem menschlichen Intellekt gefilterter Organismus bewegt, scheint auch für den britischen Komponisten Nitin Sawhney zum Leitfaden geworden sein, als er seine insgesamt sieben „Water-Transitions“ für Hélène Grimauds aktuelles Album komponiert hat. Die oftmals nur einminütigen, vom Komponisten zumeist am Keyboard eingespielten Soundvignetten changieren da in aller Seelenruhe zwischen Meditation, Minimalismus und Ambient Music. Und damit bilden sie atmosphärisch immer wieder äußerst passende Scharniere zwischen den acht von Grimaud eingespielten „Wasser“-Werken.
Mehr oder weniger sind es allesamt eher musikalische Traumbilder und frei dahinfließende Assoziationen statt lautmalerische Abbilder des Lebenselixiers Nr. 1. Angefangen von Liszts prä-impressionistischem „Les jeux d´eaux à la Villa d´Este“ bis zu brillant glitzernden „Jeux d´eau“ Ravels, von Faurés dramatisch aufgeladener Barcarolle Nr. 5 bis zu Luciano Berios geheimnisvollem „Wasserklavier“ (1965) und einem fragilen „Rain Tree Sketch II“ (1992) von Toru Takemitsu spannt Grimaud da einen äußerst kostbaren, auch dank der Sawhney-Piècen in sich stimmig wirkenden Bogen. Und wie Grimaud dabei einmal mehr ihre immense Klangfarbenpalette subtilissimo ausspielt, um schließlich im Finale, in Debussys „La Cathédrale engloutie“ für fulminante Chiaroscuro-Effekte zu sorgen, macht schon Staunen.

Guido Fischer, 23.01.2016



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