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Paul Dukas

Cantates, Choeurs et musique symphonique

Marianne Fiset, Catherine Hunold, Kate Aldrich, Marie Kalinine, Flemish Radio Choir, Brüsseler Philharmoniker, Hervé Niquet u.a.

Ediciones singulares/Note 1 ES 1021
(103 Min., 5 & 8/2014, 6/2015) 2 CDs + Buch CDs

Rompreis-Kantaten sind ein ganz spezielles Thema der französischen Musikgeschichte: Viele Komponisten haben sich die Zähne ausgebissen an diesem ebenso lästigen wie prestigeträchtigen Wettbewerb, und nur wenige der dafür entstandenen Werke haben es in die oberen Ränge der Repertoires geschafft. Allzu standardisiert und antiquiert waren die Vorgaben des Gremiums: Stets waren Kantaten nach zopfigen Libretti über mythologische Sujets zu komponieren. Paul Dukas beteiligte sich viermal am Wettbewerb, ohne jemals den ersten Preis zu gewinnen. Seine Kantaten verschwanden danach weitgehend von der Bildfläche und wurden erst jetzt im Rahmen des rührigen Schaffens der venezianischen Stiftung Palazzetto Bru Zane wieder ans Licht der Öffentlichkeit gebracht – und zwar gleich alle miteinander.
Ergänzt durch ein paar benachbarte Werke geben sie sowohl dem ohnehin schon frankophilen wie auch dem diesbezüglich noch wenig erfahrenen Hörer Einblicke in die Tonsprache von Dukas, die weit über das „Zauberlehrling“-Idiom hinausführen. Als Dirigent dieser Produktion konnte man immerhin Hervé Niquet gewinnen, und der widmet sich mit hörbarer Begeisterung diesem abseitigen Repertoire. Nicht immer erste Sahne sind die Gesangssoli: Hier muss man u.a. auch vibratoreiche Allerweltsstimmen ertragen. Brillant ist hingegen die chorische und orchestrale Qualität. Und was Dukas und seine Kompositionskunst angeht: Man staunt über die charmante Geschmeidigkeit seiner Musik, über seine jährlichen Fortschritte vor allem beim Instrumentieren und über seine Kreativität selbst in den Fesseln der mühsamen Libretti. Eine echte Bereicherung.

Michael Wersin, 30.01.2016



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