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Wolfgang Amadeus Mozart

Sinfonien Nr. 29 und 35, Ouvertüre und Arien aus "Don Giovanni"

Cheryl Studer, Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado

TDK DV-EUC91
(98 Min., 5/1991) 1 DVD, Dolby digital, DTS, PCM-Stereo; PAL 4:3

Gepflegte Klassik auf gutem Niveau bietet diese DVD mit Musik von Mozart. Sie gibt ein Konzert der Berliner Philharmoniker wieder, das in Prag im Mozart-Gedenkjahr 1991 mitgeschnitten wurde. Eine angehängte Dokumentation behandelt die Geschichte der Berliner Philharmoniker und Mozarts Beziehung zu Prag und liefert wissenswerte Informationen und interessantes Bildmaterial.
Die Berliner Philharmoniker unter Abbados Leitung zwei Sinfonien von Mozart spielen zu hören und auch zu sehen ist ein ästhetischer Genuss, denn sie verfügen über eine hervorragende Kultur des Zusammenspiels und der klanglichen Ausgewogenheit. Was mir jedoch fehlt, sind interpretatorische Aspekte, die in vielen Mozart-Aufnahmen der historischen Aufführungspraxis erlebt werden können: schlanker, vibratoarmer Klang, scharfe Zeichnung der dynamischen Kontraste, flexible und markante Artikulation. Zwar hat man sich auch bei den konservativen Ensembles mittlerweile von der schlimmsten romantischen Soße verabschiedet, aber diese DVD zeigt, dass auch heute bei den Streichern der Berliner nur selten einmal die linke Hand ruhig auf dem Griffbrett liegt. Das Ergebnis ist ein gefälliger Klang - geeignet zum Zurücklehnen, aber nicht zum elektrisierten Miterleben. Ist das der Mozart, den wir aus seinen Briefen kennen?
Das vokale Pendant zu dieser Art des instrumentalen Musizierens bietet die Sopranistin Cheryl Studer, hier noch im Vollbesitz ihrer ausgesprochen schönen Stimme: Man kann die wundervolle Konzertarie "Ch'io mi scordi di te? - Non temer, amato bene" so wie sie vortragen und sich des Beifalls gewiss sein. Aber auch hier kein packendes Auffahren, keine Ausdrucksnuance, die den Horizont des Wohlgefälligen verlässt. Schön, aber wenig aufregend.

Michael Wersin, 14.02.2002



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