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Winter Light

Scott DuBois

ACT/Edel 1098102ACT
(68 Min., 1/2015)

„Moonsoon“, „Tempest“, „Landscape Scripture“: Die Titel seiner bisherigen Alben machen deutlich, wie sehr die Natur und ihre wechselnden Erscheinungen den amerikanischen Gitarristen Scott DuBois faszinieren. „Winter Light“ macht da keine Ausnahme: Gemeinsam mit seinem internationalen Quartett, dem der deutsche Tenorsaxofonist und Bassklarinettist Gebhard Ullmann, der US-Bassist Thomas Morgan und der dänische Schlagzeuger Kresten Osgood angehören, beschreibt DuBois lautmalerisch die Lichtverhältnisse an einem Wintertag.
Alles beginnt mit „First Light Tundra“, in dem eine wabernde Gitarrenfläche Erinnerungen an Bill Frisell evoziert und Ullmanns Bassklarinette mit einer rauen einfachen Melodie die Sonne aufgehen lässt. Es folgen der „Early Morning Forest“, in dem allerhand seltsames Getier jagt, stakst und äst, der „Late Morning Snow“ voller geheimnisvoller Nebelschwaden, der „Noon White Mountain“, auf dem sich Tenorsax und Gitarre das Thema teilen wie Bergsteiger den Powerriegel, sowie der „Evening Blizzard“, in dem sich Ullmann schreiend gegen den Wind stellt und DuBois freudig juchzend von den Winden fortgerissen wird.
„Night Tundra“ mit seinem gestrichenen Bass und einem nachdenklichen Bassklarinettenbrummen beendet die Aufnahme, die beweist, dass Scott DuBois nicht nur ein unorthodoxer Komponist und Gitarrist, sondern auch ein großer Synästhetiker ist. Man sieht, fühlt und schmeckt förmlich das Winterlicht.

Josef Engels, 20.02.2016



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