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Ludwig van Beethoven

Streichquartett op. 59 Nr. 3, Streichquintett op. 29

The Kuijkens

Challenge Records/Sunny Moon CC 72181
(65 Min., 09/2006) 1 CD

Der Titel weckt erstmal schlimme Befürchtungen: Wenn berühmte Musiker dem eigenen Nachwuchs unter die Arme greifen, kommt musikalisch meist wenig dabei heraus. Im Falle der Gebrüder Sigiswald und Wieland Kuijken liegt der Fall jedoch anders. Die beiden in Ehren ergrauten Heroen der Alte-Musik-Szene haben für das gemeinsame Quartettspiel mit dem Nachwuchs nicht nur ihre historischen Instrumente abgelegt, sie lassen sich außerdem auf einen gleichberechtigten Dialog ein, von dem man nur auf ein überaus harmonisches Familienleben rückschließen kann. Was an dieser Aufnahme sofort gefangen nimmt, ist die Gelöstheit des Dialogs, der mit einer bei Beethoven nicht eben oft zu hörenden Wärme des Ausdrucks und einem Gefühl für natürliche, fließende Tempi einhergeht. Das ist Beethoven ganz aus dem Geiste Mozarts und vor allem Haydns. Das dritte Rasumowsky-Quartett, das Quintett op. 29 (mit Sigiswald Kuijkens Gattin Marleen Thiers), kommt mit seinem an Mozarts Dissonanzen-Quartett erinnernden Beginn und dem haydn’schen Menuetto diesem klassischen Ansatz sehr entgegen. Schon der Kopfsatz nimmt mit dem geringfügig langsamer als üblich genommenen Tempo und dem vibratoarmen Klang viel von dem Überdruck, der diesen Satz manchmal an die Grenze des Ruppig-Forcierten treibt – neue Wendungen kommen nicht überfallartig daher, sondern werden liebevoll präsentiert. Und wenn die Kuijkens nächstes Mal Hausmusik machen, wär’ man gern dabei.

Jörg Königsdorf



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