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Johannes Brahms, Béla Bartók

Violinkonzerte

Janine Jansen, London Symphony Orchestra, Orchester der Akademie St. Cecilia Rom, Antonio Pappano

Decca / Universal 478 8412
(59 Min., 8/2014 & 2/2015)

Wenn sich zwei Musiker fotogen beim Armdrücken zeigen wie jetzt Janine Jansen und Antonio Pappano auf der Rückseite ihrer neuen CD, muss das Resultat dieses Duells dementsprechend zupackend ausfallen. Denkt man. Aber es kommt alles ganz anders. Denn weder sind hier Solistin und der Dirigent mit seinen beiden Orchestern radikal auf Konfrontationskurs gegangen. Noch wird man Ohrenzeuge von unterschiedlichen Konzepten und Meinungen. Alle ziehen hier an einem Strang. In völliger Mainstream-Harmonie gehen aber die dafür ausgewählten Violinkonzerte von Johannes Brahms und Béla Bartók so gar nicht über die Bühne. Vielmehr schaffen es Jansen/Pappano gerade in den Eröffnungssätzen von Brahms und Bartóks 1. Violinkonzert, dass man ihren herrlich entspannten, sanft dahinfließenden und intimen Gesprächen mit höchster Aufmerksamkeit zuhört und folgt. Jede Nuance, jede Phrase, überhaupt jeder Gedanke wird hier wie da kammermusikalisch fein und trotzdem mit ganz großem, klangraumfüllendem Atem ausmusiziert. Wobei das Zusammenspiel zwischen den Musikern eine ungemein innige und vertraute Atmosphäre vermittelt. Lediglich das vom London Symphony Orchestra angeschlagene Melos im Bartók-Konzert hätte in seinem übermächtigen Wellengang, der jetzt an César Francks d-Moll-Sinfonie erinnert, etwas dosierter ausfallen können. Dafür entschädigen Jansen & Co. auf dem Fuß – mit einem „Allegro giocoso“, das flockig und sogar leicht hollywoodesk begeistert.

Guido Fischer, 05.03.2016



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