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Wolfgang Amadeus Mozart

Violinkonzerte Nr. 2 & 5, Sinfonia concertante

Frank Peter Zimmermann, Antoine Tamestit, Kammerorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, Radoslaw Szulc

hänssler Classic/Naxos HC15042
(75 Min., 6/2015)

Wenige Monate vor der Aufnahme des zweiten Teils der Einspielung aller Violinkonzerte von Mozart musste sich Frank Peter Zimmermann von seiner treuen Stradivari namens „Lady Inchiquin“ trennen. Inzwischen ist der deutsche Meistergeiger zwar wieder stolzer Besitzer einer echten Stradivari – wenngleich erneut nur auf Leihbasis. Dass man die Zeit, in der man sich mit sehr guten Zweitgeigen aushelfen musste, dennoch mehr als nur überbrücken kann, beweist Zimmermann eben mit der Einspielung der Violinkonzerte Nr. 2 & 5 sowie der Sinfonia concertante. Wie schon beim ersten Teil des Violinkonzert-Zyklus besticht Zimmermann durch unfehlbare Intonationsreinheit, höchste Sensibilität im Diskreten sowie Leuchtkraft und Esprit in den Finalsätzen. Und wenn man Zimmermann dabei zuhört, wie er die langsamen Sätze so ganz ohne Sentimentalitäten oder übertriebene Hymnik ganz aus sich heraus sprechen lässt, kann man sich das aktuell nicht idealer gespielt und erspürt vorstellen. Zumal auch die Partnerschaft zwischen Zimmermann und dem Kammerorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks keinerlei Wünsche offen lässt. Bei Mozarts Sinfonia concertante für Violine und Viola gesellt sich dann noch Zimmermanns sehr guter Freund Antoine Tamestit hinzu. Und wenngleich zumindest der Franzose bei der Aufnahme seine langjährige Stradivari zur Hand hatte, trat Zimmermann den Beweis an, dass Musiker von so einem Kaliber im Grunde jedes Instrument vollkommen aufblühen lassen können.

Guido Fischer, 12.03.2016



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