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Georg Friedrich Händel

Wassermusik

Akademie für Alte Musik Berlin

harmonia mundi HMC 902216
(49 Min., 11/2015)

Wie ein Ohrenzeuge von einer königlichen Bootsfahrt im Jahr 1717 berichten konnte, schipperte George I. zusammen mit 50 Musikern in Richtung Chelsea und ließ sich die neuesten Suiten von „Mr. Handel“ vorspielen. Bekannt geworden sind diese musikalischen Reisebegleiter natürlich unter dem Namen „Wassermusik“ und erfreuen sich auch auf dem Tonträgermarkt allergrößter Beliebtheit. Nun gibt es die Akademie für Alte Musik Berlin auch schon ein paar Jährchen. Dennoch hat man sich rund 35 Jahre Zeit gelassen, bis man sich nun an diesen Barockschlager heranmachte. So ganz buchstabengetreu hat man dabei die Gepflogenheiten der historischen Aufführungspraxis nicht interpretiert. Statt der immerhin 50 Musiker, die damals die Uraufführung von mindestens zwei der drei Suiten absolvierten, sind jetzt knapp 30 Ensemblemitglieder unter der Leitung von Konzertmeister Georg Kallweit ins Aufnahmestudio gegangen. Zum Glück, kann man schon nach dem ersten Hören der Gesamtaufnahme der „Wassermusik“ nur sagen. Schließlich bieten sich jetzt den einzelnen Top-Solisten wie Oboistin Xenia Löffler alle Freiräume, um sich von arios bis virtuos auszuzeichnen. Überhaupt sorgt das radikal durchlüftete Klangbild für ein neues Hör-Verständnis und -Erlebnis dieser vordergründig sofort einnehmenden, dabei doch so reichen Suiten. Trotzdem hätte man sich hier und da vielleicht doch ein wenig mehr royale Opulenz, mehr königlichen Schmackes gewünscht – auch wenn das dann purer Händel-Mainstream gewesen wäre.

Guido Fischer, 09.04.2016



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