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Peter Eötvös

DoReMi, Cello Concerto Grosso, Speaking Drums

Peter Eötvös, Orchester Radio France, Midori, Jean-Guihen Queyras, Martin Grubinger

Alpha/Note 1 ALP208
(71 Min., 11/2014)

Peter Eötvös ist einer der meistgespielten Opernkomponisten der Gegenwart (seine bedeutendste Oper ist die Tschechow-Vertonung der „Drei Schwestern“). Dementsprechend fallen nicht selten auch seine Instrumentalwerke durch ihre musiktheatralischen Züge auf. Bestes Beispiel ist jetzt das Schlagzeugkonzert „Speaking Drums“, mit dem die Einspielung dreier Solo-Konzerte von Eötvös abgerundet wird. Im Zentrum steht der einmal mehr konkurrenzlos das gesamte Schlagzeugarsenal zum Sprechen bringende Martin Grubinger. So übersetzt Grubinger mit seinen Sticks und Schlägeln die experimentalpoetischen Notizen und Gedichte des Ungarn Sándor Weöres mit sensationeller Virtuosität und der (wohl dazu nötigen) überdreht burlesken Theatralik. Und weil der einstige Stockhausen-Assistent und Boulez-Freund Eötvös sich nicht in bestimmte Neue Musik-Schubladen stecken lassen will, bewegt sich dieses etwas andere Konversationsstück auch zwischen amerikanischem Postminimalismus und dem instrumentalen Theater eines Mauricio Kagel.
Der als Dirigent gleichermaßen äußerst gefragte Eötvös leitet hier zudem zwei weitere Solokonzerte. Die Solistin des 2013 in Los Angeles uraufgeführten 2. Violinkonzerts taucht bereits im Titel „DoReMi“ auf. Es die Geigerin Midori, die jetzt auch das von manchen Balkan-Farben und -Rhythmen durchsetzte dreisätzige Konzert extrem körper- und facettenreich in Bewegung bringt. Eher an einen Soundtrack zu surrealem Stummfilm und wilden Verfolgungsjagden erinnert dagegen das „Cello Concerto Grosso“, das 2011 von Miklós Perényi uraufgeführt wurde und nun in Jean-Guihen Queyras einen beherzt zupackenden Meister gefunden hat.

Guido Fischer, 07.05.2016



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