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Henry Madin

Te Deum, Diligam Te

Daniel Cuiller, Stradivaria, Les Cris de Paris u.a.

Alpha/Note 1 ALP963
(69 Min., 6/2015)

Direkt bei den allerersten Takten von Henry Madins „Te Deum“ bestehen keinerlei Zweifel darüber, dass es sich hierbei um die Klangfeier eines erfolgreichen Staatsmannes handeln muss. Und tatsächlich hatte sich 1745 König Ludwig XV. in seiner Rolle als Feldherr den ihm gewidmeten Pauken- und Trompeten-Pomp wahrlich verdient. Immerhin errang er beim Österreichischen Erbfolgekrieg mit der Einnahme Freiburgs einen wichtigen Etappensieg. Und weil Henry Madin als Versailler „Sous-maître de la musique de la Chapelle du Roi“ eben um das musikalische Erbe wusste, mit dem schon ein Jean-Baptiste Lully seinen Louis XIV. in den höchsten Tönen pries, zog er in seinem beachtlich großdimensionierten „Te Deum“ nicht nur alle royalen Klangregister. Madin beherrschte gleichermaßen das Andächtige und Erhabene, um aus diesem Lobgesang eine Verbeugung vor der „Allerchristlichsten Majestät“ zu machen. Die französische Barockmusik ist von solchen ins Sakrale übersetzten Huldigungsgesängen nicht gerade arm. Dennoch hört man die Einspielung des in Nantes beheimateten Alte Musik-Ensembles Stradivaria sowie des Chors Les Cris de Paris mit allerhöchstem Genuss. Gleiches gilt für die Motette „Diligam Te“, die der übrigens im lothringischen Verdun geborene und von Sébastian de Brossard ausgebildete Madin 1737 geschrieben hat – und zwar für einen gewissen Louis de Noailles, seines Zeichens Kapitän der königlichen Bodyguards.

Guido Fischer, 28.05.2016



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