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Level 2

Organ Explosion

Enja/Soulfood ENJ 9634CD
(58 Min., 2014/2015)

Wenn Alexander Gerst demnächst erster deutscher Chef der Raumstation ISS wird, muss er sich um die Musikauswahl für seine Reise ins All keine Sorgen machen. Key Commander Hansi Enzensperger, Bassline-Navigator Ludwig Klöckner und Chief Rhythm Engineer Manfred Mildenberger – alias Organ Explosion – liefern mit ihrer zweiten Einspielung nämlich den perfekten abgespacten Soundtrack für große und kleine Astronauten, die mit „Captain Future“, Medeski, Martin & Wood und Helge Schneider aufgewachsen sind.
„Level 2“ koppelt nahtlos an das gelungen alberne Debüt des Münchner Trios an. Nach wie vor regiert bei Organ Explosion die Liebe zu Vintagesounds von Hammond, Wurlitzer und Moog, die auf der Grundlage von sternenstaubtrockenen Grooves in Arrangements mit harmonischen und metrischen Überraschungsmomenten gegossen wird, zu denen auch Vulkanier prima tanzen können.
Mehr noch als bei der Premieren-CD setzen Enzensperger, Klöckner und Mildenberg nun auf die klangliche Feinausgestaltung ihrer Retro-Weltraum-Opern, die sich irgendwo zwischen TV-Titelmelodien-Funk, Motown-Soul, New-Orleans-Straßenfest, Computerspiel und Weather Report bewegen.
In „Italian Mafia“ etwa bekommt das Schlagzeug einen zittrigen Nachhall verpasst, der an alte Edgar-Wallace-Verfilmungen denken lässt. Die knarzigen Unisoni von Bass und Keyboard in „Lugg Song“ klingen wie aus der Autowerkstatt, wo Organ-Explosion-Mastermind Enzensperger einst eine Lehre als Kfz-Mechaniker absolvierte. „Jump 'N' Run“ schließlich hört sich so an wie ein unter Dauerbeschuss stehender Commodore 64.
Alles in allem ist „Level 2“ so gewitzt, verspielt und bekloppt, dass auch Nicht-Astronauten mit einem Faible für den Groovejazz vergangener Tage nicht mehr länger nach der optimalen Beschallung für die Reise in den Urlaub oder zum Baggersee suchen müssen.

Josef Engels, 25.06.2016



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