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Adrian Willaert, Josquin Desprez, Ludwig Senfl, Tielman Susato u.a.

Di guerra e di pace

La Pifarescha

Glossa/Note 1 GCD923901
(54 Min., 11/2009 & 7/2012)

Fast ein wenig deprimiert klingt der Beihefttext, den die Musiker von „La Pifarescha“ selbst verfasst haben: Wenig nur, so bekunden sie, weiß man über die Aufführungspraxis von Instrumentalmusik in der Renaissance. Ein großer Teil der Stücke wurde wohl nicht einmal verschriftlicht, denn man sieht auf zeitgenössischen Bildern fast nie Bläser aus Noten spielen. Wie artikuliert, phrasiert, diminuiert und intoniert wurde, ist ebenso weitgehend unbekannt wie Tempo, Rhythmik, Dynamik, Einsatz von Perkussionsinstrumenten …
Aber sie haben es doch versucht: Ein Kaleidoskop aus Schalmeien-, Dudelsack- und Flötenmusik, unterfüttert oft mit unterschiedlichen Trommelklängen, tut sich vor dem Ohr des Hörers auf. Oft handelt es sich um kriegerische Musik, deren Strukturen dann eher einfach und redundant sind. Dazwischen hören wir Adaptionen von Vokalwerken (Josquins „Adieu mes amours“ etwa oder Senfls „Im Maien höret man die Hanen kreen“). Hier finden in der Regel Flöten im Diskant sowie Posaunen in der tieferen Lage Verwendung. Schalmeien und Dudelsack plus Schlagwerk prägen das kriegerische Repertoire.
Eine eigenartige kleine Wunderwelt, ausgebreitet im Spannungsfeld des ruhigen, friedvollen und des vorwärtsdrängend kriegerischen Affekts. Sie entzieht sich über das bereits Gesagte hinaus ein wenig der mündlichen Beschreibung. Drum höre man – und staune auch.

Michael Wersin, 16.07.2016



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