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Henrik Hellstenius, Ørjan Matre

Like Objects In A Dark Room, preSage, Violinkonzerte

Peter Herresthal, Stavanger Symphony Orchestra, Rolf Gupta

BIS/Klassik-Center Kassel BISSACD-2152
(70 Min., 8/2014, 4/2015) SACD

Da sage noch einer, die Norweger würden es musikalisch eher ruhiger, meditativer mögen. Irrtum. Denn auch wenn diese Ausrichtung vorrangig auf die norwegische Jazzszene zutrifft, so gibt es unter den zeitgenössischen Komponisten mit Henrik Hellstenius und Ørjan Matre zwei, die sich wohl gerne im klanglichen Hochspannungsfeld bewegen. Zu diesem Schluss kann man nach der durchweg großartigen Einspielung jeweils eines Orchesterstücks und eines Violinkonzerts kommen. Wie schmucklos und elementar die beiden einstigen Studienkollegen Henrik Hellstenius und Ørjan Matre etwa den Solo-Part eben ihrer Violinkonzerte angelegt haben und dabei trotzdem den fantastischen Solisten Peter Herresthal mit schillernden Klangfarbenspektren und expressivsten Auswuchtungen dauerherausfordern, lässt die Neue Musik Norwegens in einem aufregend neuen Licht erstrahlen. Gleiches gilt für die Orchesterwerke. Mit auch geheimnisvollen Snare-Drums-Einwürfen, die von Ferne an Edgard Varèses Percussionsklassiker „Ionisation“ denken lassen, erinnert Henrik Hellstenius in dem ständig ins Stocken geratenen „Like Objects In A Dark Room“ an seinen an Alzheimer verstorbenen Vater. Ørjan Matres „preSage“ (2013/15) entstand dagegen quasi als imaginäre Vorstudie zu Strawinskis „Le sacre du printemps“ und wird vom phänomenal aufgelegten Stavanger Symphony Orchestra unter der Leitung von Rolf Gupta quasi auf der Stuhlkante sitzend gemeistert.

Guido Fischer, 16.07.2016



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