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#Jazz

Alexander Paeffgen Trio

Broadview Music/Edel 1062211BVM
(54 Min.)

Mit seiner Neuinterpretation der „West Side Story“ konnte der aus Bonn stammende Pianist Alexander Paeffgen international für Aufhorchen sorgen. Und auch in den Stücken seines seit 2002 existierenden Trios mit Bassist Christoph Sauer und Drummer Christof Jaussi pflegt Paeffgen den niveauvollen Brückenschlag zwischen der Klassik und dem Populären.
„Lucky Things“, die Eröffnungsnummer von „#Jazz“, stellt eine feingliedrige Klaviermelodie vor, die im Soloverlauf mit kontrapunktischen Bass-Interventionen angereichert wird. Hinzu kommt das vielleicht charakteristischste Merkmal des Trios: Die strukturierenden perkussiven Patterns, die Drummer Jaussi in diesem Fall hauptsächlich auf den Toms spielt.
Am deutlichsten wird Paeffgens Klassikverbundenheit in seiner Piano-Trio-Bearbeitung von Smetanas „Moldau“, die sich unter anderem durch die Hinzunahme des Basslaufs von Wayne Shorters „Footprints“ auszeichnet. Angesichts des CD-Titels fragt man sich dann natürlich: Wo bleiben die modernen Elemente, die der Hashtag in „#Jazz“ insinuiert?
Die gibt es zwar nicht reichlich, aber sie sind durchaus vorhanden: Zu nennen wäre das gewitzte Titelstück mit seinem schlurfenden und immer wieder zum Stolpern gebrachten Groove und seiner an „The Bad Plus“ gemahnenden Punk-Rotzigkeit. Oder natürlich „Rave“, das allerdings so gar nicht nach Techno, sondern nach dem Stadion-Pop von Coldplay klingt. Alles in allem liefern Alexander Paeffgen und sein Trio solides Handwerk mit stellenweise goldig-glänzendem Boden.

Josef Engels, 30.07.2016



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