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Jascha Heifetz – The Complete Stereo Collection Remastered

Jascha Heifetz, Gregor Piatigorsky, Brooks Smith, William Primrose, Fritz Reiner, Charles Munch, Chicago Symphony Orchestra, Boston Symphony Orchestra u.a.

RCA/Sony Classical 88843095342
(1955 - 1972) 24 CDs

Als Jascha Heifetz Mitte der 1950er Jahre seine Stereo-Phase gemeinsam mit Fritz Reiner mit der legendären Aufnahme von Brahms‘ Violinkonzert einläutete, war er nicht nur jenseits der Fünfzig. Hinter ihm lag bereits eine Konzert- und Schallplattenkarriere, die so manchen Kollegen schnell auch an die physischen Grenzen gebracht hätte. Nicht aber den Jahrhundertgeiger Heifetz, vor dem sämtliche Granden wie Fritz Kreisler und David Oistrach auf die Knie gegangen waren. Heifetz‘ blühender, körperreicher und zugleich nuancenreicher Ton, gepaart mit einer nie überzogenen Erregtheit bei vorbildlich rhythmischer Präzision – all das konnte er sich bis ins reife Alter von 71 Jahren bewahren. Als er 1972 zum letzten Mal mit den Live-Recitals aus Los Angeles per Schallplatte von sich hören ließ. Den Zeitraum von 1955 bis zu jenem diskografischen Abschiedsjahr steckt demnach die Box mit sämtlichen Stereo-Aufnahmen von Heifetz ab, deren originale Analogbänder jetzt durch die digitale und damit klangtechnische Reinigungsanlage geschickt wurden. Und auch wenn die CD-Sammlung nicht mit Welterstveröffentlichungen aufwartet, bietet sie nicht nur dem Heifetz-Novizen allerlei unerreichten Hör- sowie durchaus auch so manchen Diskussionsstoff. Denn gerade in den Kammermusikaufnahmen des Meisters, etwa in den Streichquintetten von Mozart und Schubert, tauchten so manche Wackler auf, die unterstrichen, dass hier eben auch nur ein Mensch zu hören ist. Nahezu alles andere kommt dagegen mit dem gewohnten Heifetz-Qualitätssiegel daher. Dazu zählen unbedingt die so ungemein unangestrengt himmlisch musizierten Violinkonzerte Mozarts wie die Streichtrios von Beethoven, die Klaviertrios etwa von Schubert, Brahms, Mendelssohn und Turina sowie die herrlichen Zugabenstücke von Debussy, Gershwin und Rachmaninow.

Guido Fischer, 06.08.2016



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