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Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierkonzerte KV 413 - 415

Kristian Bezuidenhout, Freiburger Barockorchester

harmonia mundi HMC 902218
(70 Min., 11/2014)

„Die Bläser sind nicht wesentlich. Sie können nichts vorbringen, was nicht schon die Streicher vollauf zum Ausdruck bringen.“ Mit dieser Einschätzung verhob sich einst der ansonsten so hellhörige und kluge Alfred Einstein doch mächtig, als er sich mit Mozarts drei Klavierkonzerten KV 413 - 415 beschäftigte. Denn dass die Oboen-, Fagott- und Hörner-Paare nur brave Diener und kein Motor in diesen 1782/83 entstandenen Konzerten sind, entpuppt sich gerade jetzt wieder als großer Irrtum. Man achte da etwa nur in den langsamen Sätzen der Konzerte KV 413 & 414 auf das mal verlockend serenadenhafte, mal magisch-dunkle Kolorit, das da aus den Bläsern herausströmt. Solche Gänsehautmomente kann man nun zuhauf erleben, bei der zweiten Mozart-Zusammenarbeit zwischen Kristian Bezuidenhout und dem Freiburger Barockorchester. Und wieder lassen die Musiker keinen Zweifel, dass sie auf dem Gebiet der historisch bestens informierten Aufführungspraxis aktuell zu den besten Teams gehören. Denn so radikal man das Stimmengeflecht auffächert und röntgengleich durchhörbar macht, so verwandelt man zugleich jedes der drei Konzerte in ein lebendiges Wesen mit einer ganz eigenen DNA. Und wie bereits auf seiner Einspielung sämtlicher Klaviersonaten Mozarts erweist sich Kristian Bezuidenhout an einem nicht näher beschriebenen Fortepiano-Modell erneut mal als beschwingter, mal als nachdenklicher Mozart-Flüsterer der Extraklasse.

Guido Fischer, 01.10.2016



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