Responsive image
Diverse

Granada 1013 - 1502

Waed Bouhassoun, Lior Elmaleh, Driss El Maloumi, Hespèrion XXI, Königliche Kapelle Katalonien, Jordi Savall

Alia Vox/harmonia mundi AVSA9915
(79 Min., 7/2013) SACD

Fast ein halbes Jahrtausend existierte das Königreich Granada. Und bis heute gilt diese Epoche als Idealbild von einem friedlichen Zusammenleben von Juden, Christen und Muslimen. Dass hinter dieser von der Moderne gepflegten Vorstellung jedoch nur ein verklärtes Welt- und Wunschbild steht, hat die spanische Historikerin Dolores Bramon nun erneut in einem Essay nachgezeichnet, das sich in dem vielsprachig aufgemachten Booklet zur neuen CD von Jordi Savall findet. Bei aller Klarheit, mit der hier ein wichtiges Kapitel jüngerer Menschheitsgeschichte zurechtgerückt wird, kann dies aber nicht den Genuss und die Faszination all der Musikstücke schmälern, die der Ensembleleiter Savall für das Projekt „Granada 1013 - 1502“ zusammengestellt hat.
Auch aus mittelalterlichen spanischen Handschriften wie dem berühmten Codex Las Huelgas stammen die jetzt zu hörenden Instrumentalstücke und Gesänge und spiegeln offiziell unterschiedliche musikalische Traditionen wider, die musiksprachlich nicht selten eine erstaunliche Verwandtschaft besitzen. Für diese Klangreise zurück zu den weltlichen und religiösen Gesängen, zu all den Klage- und Kampfesliedern hat Savall nicht nur wieder alte Weggefährten wie den Harfenisten Andrew Lawrence-King und den Barockgitarristen Xavier Díaz-Latorre in sein Alte Musik-Ensemble Hespèrion XXI eingeladen. Für die entsprechende, klangaromenreiche Authentizität sorgen zudem Gastmusiker wie der jüdische Kantor Lior Elmaleh und die Sängerin und Oud-Virtuosin Waed Bouhassoun.

Guido Fischer, 15.10.2016



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Im Italien des 19. Jahrhunderts ist für Instrumentalisten nicht viel zu holen. Die großen Komponisten dieser Zeit: Alle schrieben sie Oper. Verdi, Puccini, Rossini, Donizetti, es ist zum Verzweifeln (zumindest aus Sicht der Kammermusik- und Orchesterfreunde)! Doch muss man nur ein wenig Schatzgräber-Instinkt mitbringen und gründlich suchen, wie es die Münchener Cellistin Raphaela Gromes und Pianist Julian Riem für ihre Debüt-CD bei Sony getan haben, und man stößt doch auf die eine oder […] mehr »


Top