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Giovanni Rovetta u.a.

Messe pour la naissance de Louis XIV

Galilei Consort, Benjamin Chénier

alpha/Note 1 ALP965
(65 Min., 12/2015)

Das Programm dieser CD repräsentiert die Gottesdienstmusik einer spektakulären venezianischen Festivität, die im Herbst 1638 anlässlich der Geburt des französischen Thronfolgers (später Ludwig XIV.) stattgefunden hat. Schöpfer der Festmusik war Giovanni Rovetta, der 1644 Nachfolger von Monteverdi als Kapellmeister am Markusdom werden sollte; die vom französischen Botschafter organisierte Feier von 1638 half ihm in einzigartiger Weise, sich in der venezianischen Öffentlichkeit zu profilieren und zu positionieren.
Rovetta komponierte für diesen Anlass im Wesentlichen Musik zur Vesper und zur Messe. Teile der Vespermusik wurden im Jahre 2000 bereits vom Ensemble „Cantus Cölln“ eingespielt; die vorliegende Produktion ist wie ein Gegenstück zu dieser CD, denn sie enthält Rovettas Musik zur Messfeier, ergänzt durch Stücke zeitgenössischer Komponisten.
Dass der französische Botschafter seinerzeit den Auftrag gegeben hatte, so viele Musiker wie möglich für den Anlass zu engagieren, wird in beiden CD-Beiheften zitiert. Vor diesem Hintergrund sind die weniger als 30 Musizierenden, die auf dieser CD zu hören sind, sicher eine Minimalbesetzung, geschuldet den begrenzten Budgets, die man für solche Aufnahmen nun zur Verfügung hat. Auch handelt es sich, wenngleich im Beiheft nicht ausdrücklich vermerkt, vermutlich um eine Live-Produktion: So jedenfalls wären der zu hoch intonierende Zink im ersten Stück und so manche andere kleine Unebenheit zu erklären, handelt es sich doch insgesamt um eine hochkarätige Besetzung, die unter Studiobedingungen sicher eine noch vollkommenere Darbietung zustande gebracht hätte.
Was indes stimmt, ist der ebenso kompakte wie gleichzeitig auch transparente Klang des Ensembles, die klare, schlichte Schönheit vieler Solostimmen, die Flexibilität auf Basis einer natürlichen Textdeklamation und rhythmischer Sattelfestigkeit. Insgesamt also eine Produktion, die einen guten, umfassenden Eindruck von der Musik Rovettas und seiner Kollegen vermittelt, auch wenn sie letzte Perfektion nicht bieten kann.

Michael Wersin, 22.10.2016



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