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Edward Elgar, Bohuslav Martinů

Cellokonzerte

Sol Gabetta, Berliner Philharmoniker, Simon Rattle, Krzysztof Urbański

Sony Classical 88985350792
(56 Min., 4 & 5/2014)

2014 bekam Sol Gabetta die eigentlich längst überfällige Chance, endlich einmal mit den Berliner Philharmonikern in den Konzertring zu steigen. Erst spielte sie im Rahmen der Baden-Badener Osterfestspiele und unter Leitung von Simon Rattle das ihr bestens vertraute Cellokonzert von Edward Elgar. Einen Monat später gastierte sie mit den diesmal von Krzysztof Urbański dirigierten Philharmonikern im Berliner Scharoun-Bau und hatte dafür das eher selten zu hörende 1. Cellokonzert des Tschechen Bohuslav Martinů ausgewählt. Beide Auftritte liegen jetzt in Live-Mitschnitten vor.
Und erneut präsentierte sich Gabetta nicht einfach als eine fantastisch souveräne Solistin, sondern als eine Vollblutmusikerin im allerbesten Sinne. Was allein die erzählerischen, sich auch in die unendliche Seelentiefe bohrenden Dimensionen ihres Spiels angeht, ist sie darin aktuell einsame Spitze. Zumal Gabetta ihrem Cello nicht nur diese magisch strömende, aber nie pathetisch-klebrig wirkende Klangfülle entlockt, die gerade beim Elgar-Konzert unaufhörlich gefragt ist. Selbst in den dunkelsten, ruhigen Momenten lässt sie sich nicht von einer bewundernswerten Klarheit der Linienführung und Akkuratesse im Figurativen abbringen.
So sehr Gabetta keinen Zweifel daran lässt, dass ihr diese Musik schon lange in Herz und Hirn übergangen ist, so kommt auch die erste Zusammenarbeit mit Rattle und den Berliner Philharmonikern wie aus einem Guss rüber. Blind schienen sich die Musiker auf Anhieb verstanden zu haben – angesichts dieses unüberhörbar sich gegenseitig inspirierenden künstlerischen Impulses. Nicht weniger blendend verstand sich Gabetta mit dem jungen polnischen Dirigenten Krzysztof Urbański. Mit großem Elan, aber auch mit dem nötigen Feingefühl fürs Innige ging man gemeinsam das 1930 komponierte und 1955 überarbeitete 1. Cellokonzert von Martinů an. Und mit welcher Selbstverständlichkeit Gabetta dabei selbst hochvirtuoseste Parcours zurücklegt, ohne unter Live-Bedingungen nur einmal ins Straucheln zu geraten, bewies diese Vollblutmusikerin nicht zuletzt im packenden Finale.

Guido Fischer, 05.11.2016



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