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Nine Firmaments

Arne Jansen Trio

Traumton/Indigo 130452
(42 Min.)

„Neither Powder, Nor Plaster“ – was klingt wie eine englische Redewendung, ist in Wirklichkeit nicht nur ein selbst erdachter Stücktitel des Gitarristen Arne Jansen, sondern umschreibt auch recht gut seine Ästhetik. Denn Jansens Spiel und seine Stücke sind weder fein rieselndes Kammerjazz-Pulver, noch fest gewordener Jazzrock-Gips.
Irgendwo dazwischen schwebt die Musik des Gitarristen, die er gemeinsam mit dem Bassisten Robert Lucaciu und dem Schlagzeuger Eric Schaefer unter einmaliger Hinzunahme des Cellisten Stephan Braun auf „Nine Firmaments“ sorgsam anrührt. Fließende Arpeggien, sonore Basslinien und klare Schlagzeug-Grundierungen ohne die für Schaefer charakteristischen Glöckchen und Rock-Eruptionen bestimmen die Stücke. Die Gitarre, nur hier und da subtil verzerrt, fungiert dabei sozusagen als Sänger ohne Worte.
So eingängig und leichtfüßig das alles klingt, so herausfordernd ist es doch für den Gitarristen, der Melodien und Akkorde oftmals parallel erklingen lässt und somit wie ein Pianist auf sechs Saiten erscheint. Da hat jemand ganz zu sich gefunden, was man auch daran sieht, dass es auf der CD keine Coverversion gibt, wie es bei früheren Aufnahmen Jansens der Fall war.
Und doch hat er es sich nicht nehmen lassen, einem seiner erklärten Vorbilder versteckt Tribut zu zollen. „Lee's Summit“ heißt eine der Nummern auf „Nine Firmaments“, sie ist gerade mal zwei Minuten lang und besteht aus freundlich-optimistischem Schrammeln. Hinter dem Stücknamen verbirgt sich der Geburtsort von niemand anderem als Pat Metheny.
Das passt: Sowohl bei Metheny als auch bei Arne Jansen wirkt das Schwere immer ganz federleicht. Es ist eine seltene Gabe, die den Deutschen mit dem amerikanischen Großmeister verbindet.

Josef Engels, 24.12.2016



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